Nach der Theorie: Praxistage Arbeitssicherheit

Show notes

Wie verankert man das Thema Arbeitsschutz langfristig in den Köpfen und im Arbeitsalltag seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Der Energieversorger VSE-Gruppe setzt mit ihren „Praxistagen Arbeitssicherheit“ auf eigene Erfahrung: Beschäftigte sollen Gefährdungen nicht nur erklärt bekommen, sondern selbst erleben und dadurch nachhaltiger lernen: An praxisnahen Stationen aus der Energiebranche können sie ihr Wissen vertiefen und Schutzmaßnahmen direkt üben. Dabei werden die Gruppen bewusst aus unterschiedlichen Gewerken zusammengestellt. So lernen die Beschäftigten nicht nur neue Sicherheitsmaßnahmen kennen, sondern auch die Arbeitsbereiche und Herausforderungen ihrer Kolleginnen und Kollegen. Und: Die Inhalte wirken nachhaltiger als eine rein theoretische Unterweisung.

Im Gespräch mit Moderatorin Katrin Degenhardt erklärt unser Gast Mathias Kütten, wie die Praxistage entstanden sind und welche Erfahrungen die VSE-Gruppe damit gemacht hat. Er berichtet, wie Beschäftigte selbst Themen und Ideen für die Stationen einbringen, warum Führungskräfte bei den Praxistagen sichtbar dabei sein sollten – und wie aus einer praktischen Übung sogar ein bisher übersehenes Rettungserfordernis im Arbeitsalltag entstehen kann.

Der Gast Mathias Kütten ist leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der VSE-Gruppe, einem Energieversorger mit Sitz im Saarland. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen hat er die Praxistage zur Arbeitssicherheit ins Leben gerufen. Dabei setzt er auf praktische Erfahrungen, die Beteiligung der Beschäftigten und den Austausch zwischen verschiedenen Gewerken. Seine Erfahrung zeigt: Wirksamer Arbeitsschutz beginnt nicht erst bei der Unterweisung – sondern dort, wo Beschäftigte Gefährdungen selbst erkennen, erleben und gemeinsam Lösungen entwickeln.

Das Thema:
Zum Weiterlesen und -schauen: etem-Artikel zu den VSE-Praxistagen: Aktionstage mit Mehrwert Infos auf der BG ETEM-Website: Unterweisung Jede Menge Medien zum Thema im Medienportal Lernmodule in unserem eLearning-Portal unterstützen bei der Unterweisung Onlinemagazine der BG ETEM etem – Magazin für Unternehmerinnen und Unternehmer: https://etem.bgetem.de profi – Zeitung für Beschäftigte: https://profi.bgetem.de

Die BG ETEM Wer steckt hinter diesem Podcast? Die BG ETEM (Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse) ist die gesetzliche Unfallversicherung für rund vier Millionen Menschen in mehr als 200.000 Mitgliedsunternehmen. Zur offiziellen Website: www.bgetem.de

Show transcript

00:00:00: Die Führungskräfte begleiten die Stationen mit, machen auch einen Durchlauf mit.

00:00:04: Zeigen sich, sind Vorbildrolle und das ist ganz wichtig.

00:00:08: Denn es gibt zu dem Satz, dass was eine Führungskraft nach außen zeigt, ist das Maximale, was sie von den Mitarbeitern erwarten

00:00:16: können.".

00:00:18: Ganz sicher!

00:00:20: Der Podcast für Menschen mit Verantwortung.

00:00:30: Wir wollen, dass Menschen sicher sind – bei der Arbeit und auch auf dem Arbeitsweg.

00:00:35: Wie das gelingt?

00:00:36: Was Unternehmen tun damit ihre Leute gesund bleiben?

00:00:39: Herausforderungen und Lösungen im Arbeitsschutz!

00:00:42: Darüber spreche ich mit meinen Gästen.

00:00:45: Ich

00:00:45: bin Katrin Degenhardt Moderatorin und Gastgeberin.

00:00:48: Und jetzt geht's los.

00:00:50: Der sichere Umgang mit Gasleitungen, Kollegen aus engen Schächten retten und lernen welche Kräfte bei einem Sturz aus der Höhe wirken.

00:00:59: Arbeitssicherheit wird besonders greifbar wenn man sie selbst erlebt und erprobt.

00:01:05: Genau das ist das Credo der VSE-Gruppe – der saarländische Energieversorger betreibt Netze-, Anlagen- und technische Infrastruktur, bei denen sicheres Arbeiten eine zentrale Rolle spielt!

00:01:17: Um Arbeitsschutz möglichst praxisnah zu vermitteln, hat die VSE-Gruppe eigene Praxistage ins Leben gerufen.

00:01:25: Beschäftigte widmen sich dabei vollumfänglich dem Arbeitsschuz und erleben anhand praxisnaher Stationen interaktiv Schutzmaßnahmen verschiedener Art.

00:01:36: Dabei sorgen vor allem die eigenen Fachleute aber auch beispielsweise die BGE-TEM für spannende und anschauliche Impulse.

00:01:44: Welche genau das sind, erzählt uns mein heutiger Gast Matthias Kütten.

00:01:49: Als leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit der VSE-Gruppe beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit Arbeitssichert und Gesundheitsschutz im Netzbetrieb – und hat gemeinsam mit seinen Kollegen die Praxistage ins Leben gerufen!

00:02:03: Und passend zum Aufnahmetermin unseres Podcasts finden bei der Vse gerade zum zweiten Mal diese Praxistagearbeitssicherheitsstadt.

00:02:13: Danke Herr Kütten, dass Sie sich trotzdem online die Zeit genommen haben mit uns zu sprechen.

00:02:18: Und herzlich willkommen!

00:02:19: Hallo Frau Degenhardt.

00:02:20: Herr Kutten wir werden gleich nochmal jetzt auch auf die Aktionstage natürlich auf die zweiten Aktionstage eingehen aber damit unsere Zuhörer und Zuhöhrerinnen die VSE Gruppe noch ein bisschen besser kennenlernen.

00:02:32: welche Gewerke sind für die Vse-Gruppe im Einsatz?

00:02:36: Und welche Gefährdungen ergeben sich denn daraus im Arbeitsalltag?

00:02:40: Ja, ich möchte mich zuerst mal nur konzentrieren überhaupt sich auf die Betriebsbereiche.

00:02:45: Die operativen Bereiche.

00:02:47: Da haben wir klassisch als Energiefersorge.

00:02:50: dominant ist der Strombetrieb, den Stromnetzbetrieb mit seinen Gefährdungen.

00:02:55: Wir betreiben aber auch parallel ein Gasnetz Auch mit Gastruckregel-Messanlagen.

00:03:00: Wir betreiben vier Wasserwerke, wir betreiben ein Wassertransportnetz und wir betrieben ein kleines Wasserverteilnetz.

00:03:08: In der VSE Gruppe haben wir noch Farm ist ein Facility Management Unternehmen, das wiederum Schwimmbadtechnik betreut, Blockheizkraftwerke.

00:03:18: Und allein an dieser Hand sieht man schon wie umfangreich unsere Gewerke sind und so Tätigkeiten sind und daraus wählen wir dann entsprechend Themen aus für unsere Praxistage.

00:03:29: Was sind denn die Hauptgefährdungen, die sich da im Arbeitsalltag ergeben?

00:03:33: Gefährdung haben sehr viele aber wir suchen gezielt nach Gefährdern, die möglichst viele Bereiche betreffen.

00:03:39: Da haben Neben den Absturzgefährdungen arbeitet in der Höhe auf dem Strommasten betrifft sehr viele Kollegen.

00:03:46: Wir haben aber auch die klassische Umwand mit Leitern und Gerüsten, die in allen Bereichen eigentlich zum Einsatz kommt.

00:03:53: Und so haben wir von kleinen Gefährdung bis zu großen.

00:03:55: Wir arbeiten in Schächten, arbeiten in engen Räumen, retten aus Höhen, retteln aus Tiefen, arbeiten gräben Gruben.

00:04:02: Kommt sehr viel vor!

00:04:04: Das würde ich mal so sagen.

00:04:05: wenn die Hauptgefärdungen neben der Hauptgefahr des elektrischen Stromes dann wiederum überall.

00:04:10: Und das ist ja schon eine ganze Menge.

00:04:12: Wie sind denn die Praxistage zur Arbeitssicherheit ursprünglich entstanden?

00:04:17: Ursprünglichen Standen, ja!

00:04:19: Die Fachkräfte für Arbeitssicherung bei uns – fast alle sind in der Feuerwehr aktiv und im Betrieb erlebt man sehr häufig dass es rein bei Unterweisung- und Powerpoint Schlachten geht.

00:04:32: Klassische teilweise Halbtagestermine, die Mitarbeiter sitzen im Raum werden geschult, kommt unter Reisungen etc.. Aber die Nachhaltigkeit davon ist in Frage zu stellen.

00:04:43: Und das haben wir auch getan und haben überlegt, wie machen wir es bei der Feuerwehr?

00:04:48: Bei der Feuerwehre wird praktisch geübt.

00:04:50: Jedes Einsatzzenau wird durchgespielt bis ja jeder Handgriff sitzt, bis es funktioniert und sicher abläuft.

00:04:56: So kommen wir dazu – Wir müssen unsere Unterweisung etwas anders gestalten mit praktischem Anteil.

00:05:02: und so sind letztendlich diese Praxistage in langen Diskussionen und Abwägen dann entstanden!

00:05:09: Wie kann man sich jetzt den Ablauf eines solchen Aktionstages vorstellen oder Praxistages, wie Sie es gerade nannten?

00:05:16: Da schreibe ich vielleicht einfach dem aktuell laufenden Praxistaag.

00:05:20: Ja gerne!

00:05:20: Das ist

00:05:21: gestern heute und morgen.

00:05:22: wir haben sieben praktische Stationen.

00:05:25: die Mitarbeiter kommen morgens an den Standort wobei sie durchführen werden begrüßt von der Geschäftsführung von uns den Fachkräften für Arbeitssicherheit.

00:05:33: dann gibt's eine Einteilung in Gruppen Und diese Gruppen durchlaufen im Laufe des Tages alle sieben Stationen.

00:05:41: An den Stationen müssen Sie dann gewisse Aufgaben bewältigen, wie zum Beispiel eine Station dort wird heute ein Dummy in einer Bauchrube verschüttet und die Teilnehmer müssen ihn wieder rausgraben.

00:05:54: Damit wollen wir einfach verdeutlichen wenn ihr in Gräben arbeitet, die nicht gesichert sind ohne Verbauern seht ihr jetzt welches Risiko hier eingeht?

00:06:03: weil ihr werdet den Kollegen nicht im angemessener Zeit wieder befreien können.

00:06:08: Das ist der Lerneffekt dabei, wo wir uns erhoffen, dass sie anschließend entsprechend dann auch dem sicheren Graben widerwählen und nicht den Unsicherern.

00:06:16: Wunderbar!

00:06:16: Das war ein gutes Beispiel.

00:06:18: Was wollen Sie denn überhaupt jetzt mit diesen Aktions- oder Praxistagen erreichen?

00:06:24: Ganz klar ein anderer Lerneffekt.

00:06:26: Wir wollen ein nachhaltigeres Lernen.

00:06:28: die Themen sollen bei den Mitarbeitern verstanden werden und angenommen werden.

00:06:34: Wenn man sich die Lernformen ansieht, da ist klassisch hier die PowerPoint mitlesen hören zuhören Ist doch sehr mäßig.

00:06:44: wenn man aber das Erlebte mit reinbringt Da steigt die Wahrscheinlichkeit dass ein Mitarbeiter das Thema annimmt doch schon sehr enorm.

00:06:53: Und das ist das was wir erreichen wollen.

00:06:55: Und so binden wir auch die Kollegen in die Stationen mit ein.

00:06:58: Die Stationen werden nicht durchgefüllt von den Fachkräften für Arbeitssicherheit, die Station werden aus dem Fachbereich betreut und von denen kommt zum Teil auch die Ideen für die Station.

00:07:08: Nach welchen Kriterien wählen Sie diese Themen?

00:07:11: Und auch die Praxisstationen aus?

00:07:15: Wie gerade erwähnt viele Ideen kommen aus den Fachbereichen selbst.

00:07:19: Die reichen die Themen und Ideen bei uns ein was sie anbieten möchten was sie sich vorstellen können.

00:07:24: das ganze wird dann in Diskussionen und Gesprächen verfeinert.

00:07:27: Was ist möglich, was nicht möglich?

00:07:29: Wir können es noch interessanter gestalten und so wächst bei uns eine Themenliste von Themen die möglich wären.

00:07:37: Und dann werden wir nach Attraktivität aber auch vor allem nach Themen aus, die für möglichst viele der eben genannten Gewerke tatsächlich auch relevant sind.

00:07:47: Die Gruppen,

00:07:47: die kommen ja bewusst aus unterschiedlichen Gewerken zusammen und sozusagen lehren sich gegenseitig – sage ich jetzt mal ganz erlaubt!

00:07:56: Welche Vorteile bietet das denn?

00:07:59: Wir gehen sogar hin wir mischen die Gruppen.

00:08:01: Das heißt sie aus verschiedenen Gewerkes bilden oder aus einem Gewerk bildet nicht eine Gruppe sondern wir mischern auch die Gruppe komplett durch dass die Kollegen sich, die sie nicht kennen, auch kennenlernen.

00:08:12: Wenn Verständnis für einander bekommen, so bekommt man zum Beispiel plötzlich Verständnissen für Leute aus dem Gaswasserbereich was für den Elektriker immer ein fremdes Themengebiet war.

00:08:24: So lernen die sich kennen, sie lernen die Tätigkeit kennen Sie lernen sich wertschätzen weil man plötzlich versteht wie arbeiten die Kollegen?

00:08:32: Wie ticken die Kollegen?

00:08:33: warum machen die das alles?

00:08:36: das fördert das Ganze.

00:08:37: Nebenbei haben wir noch das Netzwerken und den Austausch, der dabei zustande kommt.

00:08:41: Genau!

00:08:41: Das sind ja auch ganz wichtige Nebeneffekte.

00:08:43: Welches Feedback erhalten Sie denn von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen?

00:08:48: Das schönste und größte Feedback ist wenn ich mit gestern Mittag erinnere mit welchen freudigen Gesichter, mit welcher Enthusiasmus die Mitarbeiter dabei sind wie aktiv sie mitarbeiten dass es ihnen Spaß macht.

00:09:01: Es ist förmlich zu sehen Daran leiten wir mal ab, dass unsere Arbeit sich wirklich gelohnt hat.

00:09:07: Das ist für uns eine Genugtuung!

00:09:09: Wir bekommen aber auch klassisches Feedback in den Kollegen zu uns kommen.

00:09:12: Ey das was ihr macht ist sehr richtig super.

00:09:15: Der Tag war klasse und das bringt uns weiter.

00:09:18: Ich habe viel dazugelernt.

00:09:20: Es ist so ein klassischen Feedback was man kommt.

00:09:23: gibt auch den einen oder anderen kleinen Kritikpunkt vielleicht, den nutzen wir dann das nächste Mal wieder etwas besser zu werden.

00:09:29: Da wollte ich gleich nochmal darauf zu sprechen kommen.

00:09:32: aber in der Mitte unseres Podcasts haben wir ja immer eingebaut dass unsere Gäste einen Gegenstand mitbringen, der mit unserem Thema des heutigen Podcasts zu tun hat.

00:09:45: und das hatten wir natürlich auch sie gebeten.

00:09:47: und jetzt bin ich mal ganz gespannt was Sie sich überlegt haben!

00:09:51: Erzählen Sie uns doch mal, was haben sie uns mitgebracht?

00:09:53: Oder ich beschreibe es dann auch gerne.

00:09:56: Dann ziehe ich einfach mal meinen Zollstock aus meiner Arbeitshose.

00:10:00: Ein Zollstück und...

00:10:02: Ja oder anders genannt ein Meter einen Wiedermaßstab wie die Fachbegriffel oder einfach nur Meter.

00:10:08: Den haben wir bedruckt mit unseren zehn lebensrettenden Regeln.

00:10:14: Das sind Bildchen, Icons.

00:10:16: Jedes Bild steht für eine Regel.

00:10:19: Die sind entstanden aus einer bei uns im Konzern, aus einer Analyse der schweren Unfälle.

00:10:26: Und wir können damit sagen wenn wir diese zehn Regeln ähnlich wie die zehn Gebote einhalten haben während neunzig Prozent weniger Unfälle und nur mit zehn regeln.

00:10:38: Aber es ist nicht immer leicht im Alltag tatsächlich alle zehn Regel immer präsent zu haben immer umzusetzen.

00:10:45: Um das Ganze hervorzuheben, haben wir uns gedacht ein Zollstück hat jeder Praktiker immer dabei und haben damit die Eikens wieder draufgedruckt.

00:10:53: Und sie sind sehr beliebt.

00:10:55: Die Zollstecke, die mir.

00:10:57: jeder Praktor freut sich wenn er so ein kleines Hilfsmittel tatsächlich auch

00:11:01: bekommt.".

00:11:02: Das ist wirklich eine ganz tolle Idee!

00:11:03: Haben Sie vielleicht so ein zwei Regeln mal als Beispiel was diese lebensrettenden Regeln beinhalten?

00:11:10: Nur mal so ein-zwei Beispiele...

00:11:12: Was direkt jeden betrifft ist, sicheres Fahren im Auto und Straßenverkehr.

00:11:17: Sicherheitsbewegen, sichers Verhalten.

00:11:19: Das klingt beim Fußgänger an.

00:11:21: An Ampelregelungen, Handynutzung im Straßenverkehr, sei es als Fußgänger oder als Autofahrer umsichtig fahren, Geschwindigkeiten einhalten.

00:11:32: Alles das verbirgt sich hinter der Regel sicheres Verhalten im Straßen- verkehr.

00:11:37: Weitere Regel kein Arbeiten unter schwebenden Lasten Einfach umzusetzen.

00:11:46: Theoretisch in der Praxis sieht man es ab und zu noch, aber das ist eine Nogo-Regel.

00:11:51: unter schwebenden Lasten hat kein Mitarbeiter oder auch Dienstleister etwas verloren.

00:11:56: Ja wunderbar also schöne Beispiele und toll weil den Zollstück hat wirklich jeder dabei.

00:12:02: Nur ein kurzer Blick drauf, das reaktiviert dann auch immer die Erinnerung an diese lebensrettenden Regeln.

00:12:08: Ich habe es vorhin schon gesagt in diesem Jahr bzw jetzt gerade finden ja die Aktionstage zum zweiten Mal statt.

00:12:16: was haben Sie denn?

00:12:17: Sie haben ja auch gesagt sie nehmen auch gerne konstruktive Kritik auf.

00:12:21: Was haben Sie gegenüber den vorherigen Aktionestagen verändert oder vielleicht auch weiterentwickelt?

00:12:26: Verändert haben wir eigentlich gar nicht so viel hauptsächlich organisatorisches den Zeitplan etwas angepasst, dass die Pausenzeiten passen.

00:12:35: Ganz klar!

00:12:36: Wir haben keine Station doppelt, kein Thema doppelt.

00:12:38: was wir letztes Jahr schon hatten das wir dieses Jahr wieder durchführen.

00:12:41: Sonst wird es ja langweilig, da haben wir auch schon sieben Stationen und was Neues einfahren lassen.

00:12:47: Was wir dabei haben ist dieses Jahr die Firma Farmis mit ihren operativen Mitarbeitern, die waren letztes jahr noch nicht mit dabei.

00:12:53: Das ist ein Unternehmen in unserem Konzern Klassisch operative Mitarbeiter hat das andere sind viele Verwaltungstätigkeiten.

00:13:02: Aber so haben wir jetzt die operativen Bereiche tatsächlich alle beisammen, alle an diesen drei Tagen dabei.

00:13:08: So ist aber auch die Teilnehmerzahl auf wirklich ein Maximum jetzt angewachsen.

00:13:14: mehr pro Tag können wir einfach nicht umsetzen dann wird es teilweise langweilig ist wir erreichen nicht mehr jeden Mitarbeiter und dass es nicht sinnhaft dich soweit zu fahren ist aus diesem Jahr schon das Maximum, was geht, erreicht.

00:13:31: Jetzt hätte ich mal eine Frage haben Sie ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag wo sie jetzt erkennen konnten hier hat sich das Sicherheitsverhalten auch durch diese Aktionstage tatsächlich verbessert?

00:13:44: Man sieht es im Verhalten und in Gesprächen der Mitarbeitenden.

00:13:49: dort kann man es tatsächlich erkennen dass die Themen ernst nehmen das jetzt inhaltlich sinnhaftig angekommen sind.

00:13:55: Aber es gibt tatsächlich ein großes Beispiel.

00:13:58: Im letzten Mal hatten wir Retten aus Schächten mit dabei, es waren drei Beinen dabei und aus einer Grube musste ein Mitarbeiter gerettet werden auch damit man Zeit gefühlt dafür kommt.

00:14:07: wie lange dauert so etwas?

00:14:09: Und aus einem ganz anderen Fachbereich die noch gar einen Drei-Bein hatten kann plötzlich hey das ist ja auch für uns relevant.

00:14:16: warum haben wir das nicht?

00:14:17: Wir arbeiten doch auch ab und an in Schächten Wie.

00:14:22: wir von der Arbeitssicherheit wussten das gar nicht, dass die tatsächlich sehr wenigen aber doch solche Tätigkeiten durchführen.

00:14:28: Haben uns dann auch darauf fokussiert und so haben die Fachbereiche selbst erkannt Wir haben hier eine Gefährdung, die wir bisher nicht auf dem Schirm hatten Und kommt nicht häufig vor.

00:14:37: Aber wir brauchen dann auch ein Rettungskonzept.

00:14:40: Ja So haben wir doch für den Rettungskonzept erstellt und Die einfachste Variante bis sie an eigenes Treibern hatten war Einfach in einem Fachbereich Das Treibernen einfach auszuleihen Für den Tag der Tätigkeit

00:14:51: Vielleicht ganz kurz zu erklären, was ist das Dreibein?

00:14:54: Drei Bein ist wie ein der Saarländerkennz als Schwenkgrill.

00:15:00: Das Dreieck wird aufgebaut und so schaffe ich mir einen Anschlagpunkt über einer Kurve oder einem Einstiegsschacht um gegen Abstoß eine Person zu sichern oder im extremen Fall auch mit einer Winde jemandem von unten nach oben wieder hochziehen zu können.

00:15:16: Danke für die Erklärung.

00:15:18: Wunderbar!

00:15:19: Wie sorgen Sie denn dafür, dass die Themen auch danach nach den Praxis- und Aktionstagen im Arbeitsalltag präsent bleiben?

00:15:27: Das machen wir einmal über regelmäßige Teamsitzungen, die in den Teams durchgeführt werden.

00:15:32: Dort haben wir die Möglichkeit gezielte Fragen einzureichen mit denen sich die Teams dann auseinandersetzen.

00:15:38: damit kann man den Bezug zwischen Praxistagen wiederherstellen.

00:15:42: Wir haben aber auch die Möglichkeit dass wir teilen Bilder aus sicheren Situationen und sichern Zuständen und sicherer Handlungen, die uns gemeldet werden.

00:15:52: Diese Bilder können die Kollegen auch nutzen um vergleichbare Situation zu sprechen wie sie sie an den Praxistagen erlebt haben.

00:16:00: Die kommen dann tatsächlich aus dem Arbeitsalltag.

00:16:02: Und zusätzlich haben wir noch unsere Kolleginnen und Kollegen der Unternehmenskommunikation, die die Praxistaage mit Film- und Bildaufnahmen begleiten so dass wir dann unterjährig wieder Material haben und kurze Impulse in die Fachbereiche wieder hineinsetzen zu können.

00:16:18: Wunderbar, so bleibt alles immer präsent!

00:16:21: Wie wichtig

00:16:22: ist es

00:16:22: denn für eine funktionierende Sicherheitskultur das auch Führungskräfte solche Formate sichtbar unterstützen oder im besten Falle selbst daran teilnehmen?

00:16:33: Ich würde mal sagen, es ist essentiell wenn die Führungskraft, wenn die Geschäftsführung dort nicht dahinter steht an den Praxistagen nicht präsent ist.

00:16:43: Ich weiß nicht, ob man diesen Aufwand tatsächlich treiben soll.

00:16:46: Ich weiss nicht wie wirksam es dann wird.

00:16:49: Wir haben den Umstand dass unser Geschäftsführer aus der Gruppe voll und ganz dahinter stehen.

00:16:54: jeden Tag sind Geschäftsführer vor Ort die Geschäftsfirma die Führungskräfte begleiten die Stationen mit machen auch einen Durchlauf mit zeigen sich sind Vorbildrolle und das ist ganz wichtig denn es gibt zu dem Satz was eine Führungskraft nach außen zeigt, ist das Maximale was sie von den Mitarbeitern erwarten kann.

00:17:15: Dem ist nichts hinzuzufügen!

00:17:17: Welche Erkenntnisse aus ihren Aktionstagen könnten oder können denn andere Branchen und Unternehmen für den eigenen Arbeitsschutz mitnehmen?

00:17:26: Was meinen Sie?

00:17:27: Da denke ich auf jeden Fall daran die Mitarbeiter mitzunehmen... ...die Fachbereiche mit zu nehmen damit sie Teil des Ganzen werden.

00:17:35: Wenn man es aus zentraler Stelle raus versucht zu organisieren, umzusetzen einfach den Full-Service in Fachabteilung zu bieten besteht die Gefahr dass man den Nerven nicht wirklich trifft.

00:17:48: und wenn sie die Fachabteilungen einbinden fühlen die Mitarbeiter sich mitgenommen.

00:17:52: Man fühlt sich gehört und die Stationen werden wirklich praxistaublich.

00:17:57: Die bauen die Station so auf wie es tatsächlich draußen auf dem Bausteller dann wirklich zugeht.

00:18:03: das ist einer der der wichtigsten Punkte, die Kollegen ernst nehmen und die Führung mitnehmen.

00:18:09: Und die Föhre muss wie eben gesagt dahinter

00:18:11: stehen.".

00:18:12: Jetzt brauche ich sie eigentlich gar keine Do's & Don'ts mehr zu fragen!

00:18:15: Ich tu es trotzdem mal noch zusätzlicher denn wir haben noch gedacht welche Do's&Donuts würden Sie Unternehmen mitgeben?

00:18:23: Die eben selbst einen Aktionstag zur Arbeitssicherheit oder auch ein ähnliches Format

00:18:27: planen?".

00:18:29: Vielleicht lieber klein anfangen, bevor wir direkt einen vollen Tag mit sämtlichen umfangreichen Themen planen.

00:18:35: Vielleicht kann man ja mal in kleinen Schritten beginnen.

00:18:39: Wichtig ist aber auch so Begleitrahmen wie zum Beispiel die Azubis miteinzubinden.

00:18:46: Das haben wir jetzt den zweiten Tage jetzt auch getan.

00:18:48: das war auch eine Veränderung Die Azubi ab dem ersten Lehrjahr mit einzubinden.

00:18:53: dieses Jahr haben sie sich sogar mit beteiligt Stand, der den ganzen Tag über einfach zur Verfügung steht.

00:19:00: Sie haben einen digitalen Escape Room programmiert.

00:19:03: zum Thema Arbeitssicherheit wenn man Idoschlaufen hat kriegt man noch ein kleines Prozent.

00:19:09: also auch das ist eine Variante die man noch nehmen kann.

00:19:12: wichtig ist dass Essen muss auch stimmen Ist für manche Monteure ein wichtiger Punkt.

00:19:19: Also wie gesagt der ganze Rahmen muss passen.

00:19:21: Ja, da haben Sie ja jetzt schon sehr viele wertvolle Tipps an andere Unternehmen oder Betriebe gegeben.

00:19:27: Und dann bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen Herr Kütten, dass sie sich am diesem wichtigen Tag auch für Sie wichtigen Tage die Zeit genommen haben für unseren Podcast und ich wünsche Ihnen natürlich weiterhin noch ein Ganz- oder mehrere... Ich weiß nicht, an welchem Tag sind Sie gerade?

00:19:44: Sie sprachen grade von drei Tagen.

00:19:46: Aktuell sind wir beim zweiten Tag.

00:19:48: Morgen ist der dritte Tag Genau.

00:19:50: Dann wünsche ich Ihnen noch erfolgreiche Praxis- oder Aktionstage und bedanke mich nochmal ganz herzlich bei Ihnen, dass Sie bei uns waren!

00:19:58: Sehr gerne!

00:20:01: Festzuhalten bleibt?

00:20:03: Wenn man Praxistage zur Arbeitssicherheit plant, sollte man erstens Mitarbeitende bei der Planung und Ausführungen mit einbeziehen.

00:20:12: Zweitens, durch die Zusammenarbeit verschiedener Gewerke einen Perspektivwechsel ermöglichen.

00:20:17: Und?

00:20:18: Führungskräfte sollten dahinter stehen und an den Tagen präsent sein!

00:20:42: Ganz sicher, der Podcast für Menschen mit Verantwortung.

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