Offshore: Arbeitssicherheit auf hoher See
Show notes
Einfach mit der Arbeit loslegen: Das geht auf Offshore-Windenergieanlagen nicht. Denn hier kann jeder kleine Fehler fatale Folgen haben. Wind, Wellen, Gewitter, Hitze und UV-Strahlung spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Verfügbarkeit von Ausrüstung, persönlicher Schutzausrüstung und Erste-Hilfe-Material. Wenn auf hoher See etwas fehlt oder Beschäftigte Risiken falsch einschätzen, sind die Möglichkeiten zur Improvisation begrenzt – und schnelle Hilfe ist nicht selbstverständlich. Im Gespräch mit Moderatorin Katrin Degenhardt erklärt Andreas Wessels, was den Arbeitsplatz Offshore besonders macht und wie Beschäftigte auf ihre Einsätze vorbereitet werden. Er berichtet, welche Anforderungen an die Technikerinnen und Techniker gestellt werden, wie die Rettungskette auf hoher See organisiert ist – und insbesondere, wie eine Sicherheitskultur entstehen kann, in der Beschäftigte Risiken offen ansprechen und sich gegenseitig auf Gefährdungen aufmerksam machen. Als Beispiel dafür nennt er die Kampagne „Just Safe“. Sie setzt auf Beteiligung statt Belehrung und ermutigt Beschäftigte, auch vermeintlich kleine Auffälligkeiten anzusprechen. Eine zentrale Botschaft lautet: Fehler sollen nicht dazu führen, einzelne Personen zu beschuldigen. Vielmehr geht es darum, Fehler und Beinahe-Unfälle als Lernchance zu nutzen und Ursachen im Prozess oder im System zu erkennen. Welche Rolle dabei der nordische Gott Njörd spielt, verrät unser Gast in dieser Folge.
Der Gast Andreas Wessels ist Fachkraft für Arbeitssicherheit beim Windkraftanlagenhersteller Siemens Gamesa. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Einsatzplanung, Notfallübungen und die Zusammenarbeit mit den Teams vor Ort. Dabei setzt er auf eine Sicherheitskultur, die auf Beteiligung, Vertrauen und Lernen aus Fehlern beruht. Seine Erfahrung zeigt: Wirksamer Arbeitsschutz beginnt gerade offshore lange vor dem eigentlichen Einsatz.
Das Thema: Zum Weiterlesen und -schauen: Film Siemens Gamesa zum Media Festival of Prevention (englisch): Just Safe Njörd BG ETEM-Website: Gefährdungen bei Personentransfer und Überstieg (Offshore) DGUV: Erste Hilfe Windenergie DGUV Information: PSA im Offshore-Bereich Onlinemagazine der BG ETEM etem – Magazin für Unternehmerinnen und Unternehmer: https://etem.bgetem.de profi – Zeitung für Beschäftigte: https://profi.bgetem.de
Die BG ETEM Wer steckt hinter diesem Podcast? Die BG ETEM (Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse) ist die gesetzliche Unfallversicherung für rund vier Millionen Menschen in mehr als 200.000 Mitgliedsunternehmen. Zur offiziellen Website: www.bgetem.de
Show transcript
00:00:00: Das Thema Arbeitssicherheit ist wie so ein Muskel, den man regelmäßig trainieren muss.
00:00:06: Damit er nicht erschlafft und damit er weiterhin gut in Schuss ist.
00:00:11: Wie der alternde Körper auch, muss er regelmäßig Sport
00:00:14: treiben.".
00:00:16: Ganz sicher!
00:00:17: Der Podcast für Menschen mit Verantwortung
00:00:24: Ganz sicher, so heißt der Podcast der BGE-Them.
00:00:28: Wir wollen dass Menschen sicher sind bei der Arbeit und auch auf dem Arbeitsweg.
00:00:33: wie das gelingt was Unternehmen tun damit ihre Leute gesund bleiben Herausforderungen und Lösungen im Arbeitsschutz darüber spreche ich mit meinen Gästen.
00:00:42: Ich bin Katrin Degenhardt Moderatorin und Gastgeberin Und jetzt geht's los.
00:00:48: Offshore Das bedeutet wörtlich übersetzt abseits der Küste.
00:00:53: Wer dort arbeitet, hat es mit wechselnden Wetterbedingungen zu tun und mit großen Höhen – meilenweit entfernt von schneller Hilfe.
00:01:02: In Offshore-Windenergieanlagen muss in Punktuarbeitssicherheit deshalb alles sitzen.
00:01:08: Schutzmaßnahmen müssen bestens durchdacht sein und auch angewendet werden, denn auf hoher See kann ein falscher Handgriff fatale Folgen haben!
00:01:17: Jemand, der sich damit besonders gut auskennt ist Andreas Wessels.
00:01:22: Als Arbeitssicherheitsexperte bei Siemens Gamese beschäftigt er sich damit wie Prävention am Arbeitsplatz Offshore funktioniert – wie Sicherheit so vermittelt wird, dass sie wirklich gelebt wird und was sich hinter dem Begriff Njörd verbirgt.
00:01:37: Schön das ihr heute da sind Herr Wesselts!
00:01:41: Ja und damit sind wir auch direkt bei der ersten Frage, Herr Wessels.
00:01:44: Denn wenn Sie jetzt jemandem erklären müssten was den Arbeitsplatz Offshore ausmacht?
00:01:50: Was ist dort zum Beispiel grundlegend anders als ein Land?
00:01:54: Wo fange ich an?
00:01:54: das ist ein sehr spannendes Thema.
00:01:56: Grundsätzlich ist es so dass der Arbeitsplatz offshore eine industrielle Arbeitsplatz ist.
00:02:02: Wir sind in einem maritime Umfeld aber wir sind gleichermaßen auch einer kritischen Infrastruktur.
00:02:08: Der Arbeitsplatz Aufshore bedeutet, dass man sich in der Nordsee oder in der Ostsee mehrere hundert Kilometer draußen auf See befindet.
00:02:18: Da gibt es drei Möglichkeiten dort seinen Arbeitstag zu verbringen.
00:02:22: durch die Entfernung gestaltet sich das so dass man morgens hinfährt abends zurück.
00:02:27: Das sind aber lange Arbeitswege.
00:02:29: Der Pendler von heute wird wahrscheinlich sagen, wir haben ein bisschen weit.
00:02:32: diese Strecke wird mit einem Clotransferwessel CTV mit einem kleinen zwölf Passagier, vierundzwanzig Passagierschiff vollzogen wo man dann morgens hin fährt abends zurück und das sind durchaus mal Arbeitswege von zwei Stunden.
00:02:47: In Einzelfällen ist es auch so dass man mit dem Helikopter anfliegen kann.
00:02:50: Das ist aber ein teures Konzept.
00:02:51: das macht man eigentlich eher nur wenn Notfälle stattfinden oder wenn wir Fehler suchen machen in Zeiten wie im Herbst im Winter.
00:03:03: dann fliegen wir auch mit dem Helikopter.
00:03:04: Grundsätzlich ist es so entweder täglich hin und zurück, aber es gibt mittlerweile viele Projekte wo man das Konzept fährt dass man mit einem Hotel-Shift einen SOV Service Offshore-Wessel auf den Projekt verbringt oder schon da ist.
00:03:21: Da hat man ein Schichtbetrieb.
00:03:23: Das heißt man fährt einmal raus meistens nachts während die Schicht schläft um dann morgens im Windpark aufzuwachen und schön herauszugucken.
00:03:34: Und diese super Perspektive des Windparks zu betrachten, wo man dann seinen Arbeitstag anfängt.
00:03:41: Da ist man dann vierzehn Tage.
00:03:43: Man schläft dort.
00:03:44: Man kann dort Sport treiben in der Freizeit.
00:03:46: Man hat gute Verpflegung an Bord.
00:03:50: Um die Auf-die-Anlage zu übersteigen gibt es eine Gangway mit der man trocknen Fusses auf die Anlage gehen kann, um dann auf der Anlage zu arbeiten.
00:04:00: Dieses ganze Arbeitsumfeld mit dem CTV als auch beim SOV ist nicht so einfach, weil wir einen sehr großen logistischen Aufwand haben.
00:04:12: Wer arbeitet eigentlich auf einer Offshore-Windanlage?
00:04:17: Es gibt viele verschiedene Rollen und Funktionen in diesem Konstrukt und im Windpark.
00:04:26: bei uns sind das vielfältig Techniker Die auf der Anlage arbeiten und dann verschiedenen Kompetenzstufen als Wartungstechniker oder als Troubleshooter, sprich ein bisschen besser geschult mit der Produktschulung.
00:04:44: Die Anlage auch mal bei Fehlern wieder in Stand setzen zu können.
00:04:49: Es gibt bestimmte Technika die für Großkomponenten tausch qualifiziert sind.
00:04:54: Grundsätzlich ist es so dass wir sehr viel sehr hohes Trainings Aufkommen oder eine sehr hohe Trainingsanforderung haben, alleinig für die Zugangsmöglichkeit auf der Anlage sein zu können.
00:05:09: Allein schon originär durch die Vorgaben durch die abgeschlossene elektrische Betriebsstätte.
00:05:14: Das heißt man muss eine elektrischen Grundausbildung haben.
00:05:19: Anlagentechniker, Elektriker... Es gibt vereinzelt noch Mechaniker für spezielle Arbeiten.
00:05:27: Es gibt Notwendigkeit, mindestens da Fachschulungen zu haben für die abgeschlossene elektrische Betriebsstätte nach VDE.
00:05:37: Und wie sieht dann so ein typischer Arbeitstag auf einer Offshore-Anlage aus?
00:05:42: Also für die Beschäftigten aber auch zum Beispiel für sie persönlich?
00:05:49: Für die Beschäftigen sieht der Arbeitsalltag so aus dass er gut geplant werden muss.
00:05:54: also der Arbeitstag startet mit Sicherheit.
00:05:59: Mit der Sicherheit, wir machen ein Toolbox Talk wo wir den Arbeitstag planen und auf bestimmte Fälle eingehen.
00:06:08: Jetzt zum Beispiel haben hier Wetterbedingungen.
00:06:11: Wetter-Bedingung offshore sind sehr interessant weil wir wissen wollen wie ist die Welle?
00:06:15: Wie ist der Wind?
00:06:18: Wie sind die Offshore Bedingungen?
00:06:19: gibt es vielleicht Gewitter?
00:06:20: wenn die Gefahr von Gewitter da ist dann müssen wir darauf gewappnet sein weil wir bestimmte Locationen haben, Orte in der Windkraftanlage wo die Mitarbeiter sich zurückziehen können wenn es zu Gewitter kommt oder wie müssen sie wieder reinholen.
00:06:37: Wenn zum Beispiel die Welle so hoch wird sodass die Gefahr besteht dass da überstieglich mehr von Staaten gehen kann.
00:06:43: Hauptsache jetzt mit dem CTV, dem Kotransfer-Wessler und dem kleineren Schiff für den Tageseinsatz oder auch mit dem SOV, größeren Hotelschiff mit der Gangway.
00:06:53: In allen Fällen ist es so, dass man da genau gucken muss was für Wetterbedingungen herrschen und das ist schon gleich das erste wo wir dann eigentlich mit den Tagen gestarten.
00:07:03: Jetzt gerade haben wir hier in diesem Raum ist es grade sehr heimlich und püll aber draußen sind grad Temperaturen über dreißig Grad und das is auch ein Thema UV-Ausstrahlung, die Hitzebelastung, die Temperatur an Hitzebelastung Das ist gleich schon ein Aspekt der in den Tages Ablauf einfließt.
00:07:23: Das ist im Moment natürlich ein ganz aktuelles Thema, aber welche Bedingungen ansonsten machen denn die Offshore-Arbeit besonders herausfordernd oder auch manchmal gefährlich?
00:07:34: Also grundsätzlich muss man sagen Auch hier aufshore ist das arbeiten sicher möglich und Die Herausforderung die auf diese hinaus wollen das sind tatsächlich die anspruchsvollen Bedingung Jede für sich aber auch in Summe.
00:07:47: also wir haben neben den mechanischen Gefährdungen und auch den elektrischen Gefährdungen.
00:07:54: Wir haben hier einen Kraftwerk, diese Anlagen sind mittlerweile so groß die versorgen mehrere Tausende Haushalte.
00:08:00: das sind per Normung oder per Zertifizierung abgeschlossene elektrische Betriebsstätten.
00:08:08: da ist mit Hochspannung zu rechnen.
00:08:10: Da gibt es Orte die nur bestimmten kompetenten Personen zugänglich sind.
00:08:17: Neben diesen mechanischen, industriellen elektrischen Gefährdungen haben wir auch das Thema Höhe.
00:08:24: Wir haben das Thema der Distanz.
00:08:27: also wenn wir hier irgendeinen Unfall haben dann haben wir nicht die Möglichkeit, eins zu eins zu rufen und dann erwarten wir dass der Rettungswagen kommt.
00:08:37: Der steht maximal irgendwo im Hafen und weiß nicht weiter.
00:08:41: Da sind auch noch für den reaktionären Bereich Vorkehrungen zu treffen.
00:08:45: Sie sagten es gerade Hilfe ist einfach nicht so schnell erreichbar, das ist ja schon eine sehr komplexe Situation die sie da grad beschrieben haben.
00:08:53: Wie verändert das denn die Planung?
00:08:55: Das Verhalten ganz allgemein und auch das Sicherheitsbewusstsein?
00:08:59: Also anders als im Büro können wir nicht einen Arbeitstag starten indem wir sagen Wir fangen jetzt an Und los geht's wie gestern Sondern wir müssen erstmal gucken Können wir diese Arbeiten heute sicher durchführen?
00:09:10: Und ich habe gerade von Arbeitsplanung gesprochen, ich hab von logistischen Konzepten gesprochen.
00:09:16: Es gibt viele Parteien die da so ein bisschen mit Spracherecht haben.
00:09:19: das wäre zum Beispiel der Kapitän ist das Schiff voll funktionsfähig?
00:09:24: oder es ist der Projektleiter der auch das Auge darauf hat wie die Wetterbedingungen sind?
00:09:30: Wie findet die Kommunikation mit der Leidfahrt statt?
00:09:32: Pflicht der Helikopter für Notfälle.
00:09:34: wenn der Helicopter nicht einsatzbereit ist und für Notfalle nicht zur Verfügung stehen würde müsste man das auch an den Betrag ziehen.
00:09:41: Was wir machen ist, wir nutzen im Prinzip sowas wie das was in vielen Isostandards mittlerweile Gaunt Gebe ist.
00:09:48: Das ist der PDCA-Zyklus für unsere Planung.
00:09:52: Plannedo Check Act Ist jetzt keine nichts wie es in Deutsch heißt aber es wird in Isostands auch so verwandt und das nimmt sich bei uns Setting to Work das ist die Einsatzplanung.
00:10:03: Wir machen die Planungen für die Arbeiten damit die arbeiten sicher durchgeführt werden können, jegliche PSA-Ausrüstung Material mitgenommen werden kann damit wir vor Ort nicht irgendwelche Improvisationen machen müssen.
00:10:20: Wir müssen uns Gedanken machen dass wir ein erster Hilfe Equipment dabei haben das wir die geprüfte PSA vor Ort haben.
00:10:30: Wie funktioniert denn bei Ihnen so eine Rettungskette in einem solchen Umfeld?
00:10:35: Können Sie das vielleicht noch mal ganz kurz beschreiben?
00:10:38: Die Rettungskette muss immer funktionieren.
00:10:40: Man muss sich immer darauf verlassen können, dass wenn etwas passiert das Hilfe naht weil der Einsatzort hat keinen Plan B die Notfallkette als solches ist.
00:10:55: also man muss erstmal verstehen in der ausschließlich Wirtschaftszone oder auf Deutsch AWZ das heißt der Außenbereich der Zwölfseemalenzone da ist die staatliche Daseinsvorsorge nicht gültig.
00:11:08: Das heißt, die Betreiber müssen dort Vorkehrung treffen wie die Notfallkette dort zu organisieren ist.
00:11:16: Dann gibt es schon länger DGV Informationen zur ersten Hilfe.
00:11:21: das heißt wir haben durch unsere Techniker die draußen arbeiten eine erhöhte Kompetenz für erste Hilfe.
00:11:29: das heisst Wir haben erweitertes Equipment und bessere Ausstattungen.
00:11:33: die Techniker sind, als Erweiter der Ersthilfe ausgebildet.
00:11:38: Allerdings ist das immer noch ein Lion Level.
00:11:41: Das heißt wo ist derjenige, der als Profi unterstützt?
00:11:46: und wo ist diese andere Unterstützung durch Rettungskräfte?
00:11:52: Und da gibt es jetzt gerade eine Entwicklung für einen Industriestandard Durch die Länder, an ganz den Ländern, die dafür zuständig sind gab es da schon eine Bestrebung.
00:12:01: und jetzt das Übernommen vom Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie.
00:12:05: Der ein Standard schafft einen Industriestandard für bestimmte Maßnahmen, die verpflichtend werden.
00:12:11: Als der Wern der Notfallsanitäter oder auch der Hems, der Helikopter, der Nutfallhelikoptern, der auch von den Betreibern organisiert werden muss für die Ostsee, für die Nordsee Telemedizin als auch die Kommunikation Allein nicht schon für das Absetzen des Notrufs.
00:12:32: Da gibt es eine Leitstelle, die diese Notfallmaßnahmen den Helikopter mit dem Arzt koordiniert und die dann innerhalb von einer gewissen Frist vor Ort sein müssen.
00:12:47: Dann gibt es noch Höhenretter gemäß eines Feuerwehrstandards, SRHT heißt das, Spezialisten für Retten aus Höhen- und Tiefen Die dann auch kommen in der Defilienanzahl, das heißt wir haben für die technische Rettung Personen, die unterstützen.
00:13:02: Wir haben den Notfallsanitäter für eventuelle Medikationen, die notwendig ist und der Notarzt ja auch mit dem Helikopter kommt.
00:13:08: Das sind alles Maßnahmen, die aufgebaut sind und die jetzt mittlerweile mit einem Industriestandard verpflichtender werden in der Nord- und Ostsee.
00:13:22: Wir bitten ja unsere Gäste immer etwas mitzubringen, was mit unserer Thematik des Podcasts zu tun hat.
00:13:29: Und das kann manchmal was ganz Haptisches sein aber in dem Falle ist es jetzt ein sehr schönes Bild wo einen Ja ich würde mal sagen Das muss irgendein Wasser Gott sein sieht jedenfalls so'n bisschen aus wie Poseidon der in seiner Hand einen Techniker und Arbeiter hat und drunter steht in schöner Schrift if it's not safe Don't do it.
00:13:51: Ja, genau!
00:13:52: Also dieses Bild ist tatsächlich... also das freut mich auch immer über dich darauf gucke.
00:13:58: und dieses Bild is entstanden bei dem Just Safe Safety Day.
00:14:04: Das ist eine Kampagne die wir so genannt haben, Just Safe Und die tatsächlich mit Beteiligung und auch mit Teilnahme der Techniker entstanden sind.
00:14:15: Wir haben uns gedacht, wir wollen mehr auf das Thema Beteiligung statt Belehrung hinzielen und die Techniker mitnehmen, etwas Neues ausprobieren.
00:14:29: In dieser JustSafe-Kampagne haben wir einen Techniker gehabt der unheimlich gut zeichnen kann und er hat dieses Logo selbstständig mit reingeworfen und das ist jetzt quasi unser neues Logo in unserer kleinen Arbeitsschutzblase Tatsächlich die Reputation der Arbeitssicherheit nochmal ein bisschen gefördert hat.
00:14:53: Und dieser Gott, der ja dann zu sehen ist?
00:14:56: Ja
00:14:57: ich glaube noch zu wissen dass das der Maritime Gott ist.
00:15:03: aus welcher alten
00:15:06: Nordischen Mythologie wahrscheinlich.
00:15:07: Nordische Mythologie, der entstammt ist auf jeden Fall eine Gottheit die den Techniker sicher auf die Anlage esquartiert und beschützt.
00:15:18: Und der Name dieses Gottes?
00:15:21: Njörd Weil njördd wird noch ne Rolle spielen wie wir gleich noch hören werden Und das ist aus dem Team heraus auch entstanden?
00:15:30: Das ist aus diesem Team heraus entstanden.
00:15:32: Was wir in dieser Kampagne gemacht haben, die jetzt schon in mehreren Jahren als Auflage in neuen Fassungen, verschiedenen Fassungen gemacht wurde... Jetzt gerade machen wir eine Sicherheitskultureinschätzung gestartet hat dass in mehrere Auflagen mit Theaterstücken wo wir quasi den Technikern in einem Theater Setting den Spiegel vorgehalten haben und den Technikern aufgezeigt haben, dass seit ihr so passieren Dinge.
00:16:02: Und zu entwickeln sich vermeintliche Risiken – das muss nicht sein!
00:16:07: Wir haben auch dieses Yord auf einer Station genutzt, wo wir einen Buzzer hatten, wo man dann drauf drücken musste.
00:16:15: Die Techniker haben sich schön irgendwo hingestellt und wurden eingeladen diesen Buzger zu drücken.
00:16:25: eines Alltags auf der Windkraftanlage gezeigt und wir hatten Fehler eingebaut.
00:16:29: Und die Techniker sollten auf diesen Buzzer drücken, einige waren ein bisschen zögerlich, einige war aber sehr mutig diesen Buzzer zu drücken.
00:16:39: wichtig war es uns die Personen in der zweiten Reihe zu ermutigen auch mal zu sagen ich habe was gesehen und ich drück auf den Buzza.
00:16:51: Was wir geschafft haben, ist dass wir vermittelt haben.
00:16:53: Es gibt eine gewisse Hierarchie der Kritik und das ist sehr niederschwellig, dass wir gesagt haben, jeder hat das Recht aber auch die Pflicht zu sagen mir fällt hier was auf, was in die falsche Richtung geht und das trägt eigentlich schon die Möglichkeit daraus zu lernen ob das jetzt etwas ist, was wirklich Potenzial hat.
00:17:18: Das heißt wir haben ja wirklich ein Risiko oder wir haben ein Problem.
00:17:22: Oftmals sind das ja Gefährdungen, die zusammenführen und noch zu erhöhteren Gefährdingen stürzt aus Höhe beispielsweise oder wenn man in Höhe arbeitet dass man irgendwelche Teile hat, die Potenzial haben herunterzufallen oder sich vielleicht lösen.
00:17:40: Viele Sachen können zu Gefährdern werden Und wenn sie nicht von der ersten Person wahrgenommen werden und darüber gesprochen wird, kann es bei der fünften Personen oder vielleicht auch bei der zweiten oder auch bei den Ersten zu einem Unfall führen.
00:17:53: Und wir ermutigen – also wie haben viele Subunternehmen?
00:17:57: Wir haben viele Kulturen, viele Mitarbeiter die auch vielleicht mal einen ersten Tag erste Teamkonstellation zusammenarbeiten.
00:18:06: Da ist es erforderlich dass wir so eine Basis haben und man sich aufeinander verlassen kann.
00:18:13: Und wenn man sich auffeinandert verlassen möchte, muss man akzeptieren, dass Sachen in Frage gestellt werden und angezweifelt werden.
00:18:22: Es ist wichtig, dass sowas nicht schlecht darsteht, wenn man kritisiert, sondern das als Lerneffekt, also Lernmöglichkeit genutzt wird.
00:18:35: Das zeigt ja nur auf, dass man irgendwo eine Wissenslücke hat.
00:18:38: Diese Wissenslöcke müssen geschlossen werden
00:18:41: Und dann legt man jemanden die Hand auf die Schulter und sagt Njörd, und dann ist erst mal Stop.
00:18:45: Ja genau
00:18:47: so kann man sich das vorstellen.
00:18:48: So ein kleiner Handschlag auf die auf die Schulter.
00:18:53: Grundsätzlich geht es darum nicht Mitarbeiter bei Fehlern zu erwischen sondern Fehler zu erkennen.
00:19:01: Und dann gemeinsam aufeinander aufzupassen?
00:19:04: So würde ich das jetzt fast interpretieren.
00:19:07: Genau und womöglich führt das zu sicherere Arbeit.
00:19:11: Das ist ganz, ganz wichtig finde ich auch.
00:19:15: Gleich jetzt noch mal ein bisschen zu Ihrer Aufgabe und Arbeit.
00:19:19: Wie kann ich mir Ihre Aufgabe und ihre Arbeitszeit als Fachkraft für Arbeitssicherheit genau vorstellen?
00:19:26: Das Thema Arbeitssichheit ist wie so ein Muskel den man regelmäßig trainieren muss damit er nicht erschlaft und damit er weiterhin gut in Schuss ist Wie der alternde Körper auch, muss er regelmäßig Sport treiben.
00:19:41: Und wir haben hier das Thema Sicherheit, was wir immer so ein bisschen bespielen müssen vor Ort.
00:19:48: Das machen die Experten draußen, Rechtssicherheit darstellen, Notfallübungen, Inspektionen auf den Anlagen und auch das Arbeiten mit den Teams.
00:19:58: Das ist auch so ein Aspekt, den nicht zu vernachlässigen ist weil in diesem ganzen ... Thema moderner Arbeitsschutz, JustSafe.
00:20:08: Wir haben eine Blase, ein geschlossenes System auf der Anlage mit kleinen Teams die für sich arbeiten.
00:20:18: wir haben nicht die Möglichkeit zu kontrollieren wir haben keine Werksbesichtigung die wir durchführen können.
00:20:23: wir können niemanden über die Schulter gucken.
00:20:25: wir müssen sicherstellen dass wir uns auch die Mitarbeiter verlassen können das sie Regeln einhalten Und wir müssen auch verstehen, wenn Regeln nicht eingehalten werden.
00:20:37: Warum wurden diesen Regel nicht eingehaltet?
00:20:39: Ist das eine gefährliche Routine die sich hier etabliert hat?
00:20:42: Wir haben festgestellt dass wir... Das ist auch allgemeiner Konsens, dass wir mit Bestrafung oder mit Beschuldigung mit negativen Konsequenzen nicht weit kommen.
00:20:55: Keiner hat jemals Verständnis erzeugt durch Bestrafungen oder durch Entzug.
00:21:03: Diese Konsequenzen müssen anders sein und das ist oftmals durch ein positives Feedback oder durch einen Lerneffekt, dass man Vertrauen hat.
00:21:14: Durch die Führungskraft, da kümmert sich einer drum und erfährt auch das Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit nicht unbedingt mit... Mit
00:21:25: erhobendem Zeigefinger?
00:21:26: Ja,
00:21:26: mit erhobenem Zeigefinger oder auch mit Bürden umwägen zu tun hat.
00:21:31: Darum geht es uns halt, Ja, da auch aufzeigen.
00:21:36: Arbeitsschutz muss nicht dafür zu führen dass dein Arbeitsalltag komplizierter und schwieriger wird sondern das Verständnis muss sein, dass die Mitarbeiter verstehen.
00:21:47: Ich habe verstanden warum ich das durchführe, warum mich diese Maßnahme einhalten muss Und ich mache das gerne
00:21:56: zu meinem eigenen Schutz und zu meiner eigenen Sicherheit natürlich auch.
00:22:01: Sie haben es vorhin angesprochen, das Projekt He's Just Safe über das wir auch gerade oder heißt... Es ist ja ein Work in Progress.
00:22:10: Woran merken sie denn dass dieses Format auch Wirkung zeigt?
00:22:15: Das Feedback was ich von den Mitarbeitern bekommen habe Oder was WIR von den Mitarbeiterinnen bekommen habe Da sind Subunternehmer auf mich zugekommen.
00:22:22: da sind eigene Mitarbeiter auf mich zugekommen die gesagt haben, das war das Beste was ich jemals erlebt habe.
00:22:28: Und dass wiederkehrend auch in den Folgejahren... Das war kein Training wo man ... ... zwanzig-fünfzig Powerpoint Folien gezeigt hat und was relativ unpersönlich ist sondern die Mitarbeiter haben gemerkt, dass sie jetzt auf mich zugeschnitten.
00:22:47: Es ist ein anderes andere herangehensweise an das Thema Und es ist ein gewisser Wandel zu spüren.
00:22:55: Das ist wichtig, dass das weiter auch von Führungskräften getragen wird.
00:23:01: Also das ist auch ein Stein der ins Rollen gebracht wurde und die Führungskräfte müssen das Thema aufnehmen Und den Arbeitsschutz ein bisschen anders betrachten und weniger mit dem Finger auf Personen zeigen.
00:23:14: Und den Fehler bei einer Person suchen, sondern im Prozess, im System zu suchen.
00:23:20: Wie können wir diesen Fehler abstellen?
00:23:22: Dass ja nicht dieser Person nochmal passiert, sondern allen Personen eventuell nicht mehr passieren kann.
00:23:28: Was können denn andere Unternehmen von der Offshore-Welt... ...und auch dem Projekt Just Safe oder überhaupt von ihnen lernen?
00:23:36: Ja grundsätzlich muss ich muss ich tatsächlich sagen, wir haben viel von dem profitiert was andere Branchen uns zugespielt haben und wo sie schon Erfahrungen und Grundsteine gelegt haben mit modernen Arbeitsschutz aus den Branchen Öl und Gas.
00:23:54: Aus der Luftfahrt und davon profitieren wir tatsächlich und gleichermaßen sollten auch andere Branches das nicht außer Acht lassen.
00:24:05: Aber nichtsdestotrotz denke ich schon, dass wir uns schon auf die Fahne schreiben können.
00:24:10: Dass wir sehr erfolgreich damit sind, uns zu verbessern und zu berücksichtigen das der Arbeitsplatz auf einer Windkraftanlage sehr gut geplant werden muss also der Arbeitseinsatz auch im Bezug auf den Arbeitsschutz ist sorgfältig zu planen.
00:24:30: Da muss man jeden Tag auch das Thema Arbeitssicherheit in Betracht ziehen, wir haben schon mal darüber gesprochen die Witterungsbedingungen sind ein Aspekt.
00:24:42: aber wenn man sich mal vorstellt man arbeitet in einer KFZ Werkstatt und man hat den dreizehner Maulschlüssel vergessen während man im Auto oder über sich über dem Motorraum lehnt dann Weg zum Knarenkasten relativ kurz.
00:24:59: Wenn wir das Werkzeug auf der Windkraftanlage nicht haben, das geeignete dann gibt es Notwendigkeit zu improvisieren für zu Fehlern und Risiken.
00:25:13: und das kann durchaus notwendig sein dass man sagen muss okay wir können diese Arbeit nicht erledigen welche andere Arbeit können wir erledigt?
00:25:22: oder der Arbeitstag ist halt mal kürzer als geplant.
00:25:27: Das kommt vor, das muss sorgfältig geplant werden.
00:25:32: aber umso wichtiger ist es da auch konsequent im Arbeitsschutz zu sein und zu sagen wir können dieses Risiko nicht eingehen und deswegen ist die Arbeitsplanung so essentiell.
00:25:42: also diese Struktur Eindeutige Planung, das ist etwas was ich denke was andere Branchen lernen können aber auch die Konsequenz zum Arbeitsschutz.
00:25:54: Das denke ich.
00:25:55: es ist ein Aspekt der durchaus leereich ist vielleicht für andere Branches
00:26:01: Wunderbar!
00:26:03: Jetzt noch zum Abschluss die Frage.
00:26:04: Welche, DRAIDOOS oder DONES würden Sie deinen Führungskräften sicherheitsbeauftragten?
00:26:10: Oder auch Beschäftigten mitgehen wenn sie die Sicherheitskultur im eigenen Arbeitsalltag stärken wollen?
00:26:18: Ich würde mich ganz gerne auf Führungskräfte beziehen weil Führungen werden oftmals ein bisschen als ideal dargestellt nicht als Ideal sondern als Vorbild Wenn ich als Führungskraft nicht dahinterstehe, Arbeitsschutz zu verbessern.
00:26:35: Wenn ich ans Führungskraft nicht dahin stehe anzuerkennen dass Fehler passieren weil Fehler werden passieren wenn Ich als Fährungskraft nicht motiviere eine Fehler Kultur zu haben.
00:26:47: das heißt wir haben Fehler und diese Fehler sind wichtig und gut.
00:26:55: aber wie gehen wir mit den Fehlern um?
00:26:58: Das würde ich jeder Führungskraft ans Herz legen, ob das jetzt im Thema Arbeitsschutz ist oder in anderen Fällen auch.
00:27:05: Dass über Offen, über Fehler gesprochen wird und dass man auch Maßnahmen trifft, dass diese Fehler nicht wieder passieren und nicht einfach abtut – und jetzt müssen wir weitermachen!
00:27:17: Weil viele Fehler haben großes Potenzial vielleicht Unfälle zu verhindern und es ist unsichtbar welche Unfälle wie verhindert haben.
00:27:28: Aber jeder Tag, der unfallfrei ist für uns tatsächlich ein Erfolg.
00:27:33: Und dieser Erfolg sehen wir nicht direkt am Ende des Tages.
00:27:38: Ich hoffe dass ich da gerade mindestens zwei Dus und Eindohnden vermitteln konnte.
00:27:46: Auf jeden Fall Herr Bessels!
00:27:47: Auf jeden fall eine gute Botschaft die Sie auch weitergegeben haben.
00:27:52: Damit bedanke ich mich auch ganz herzlich für das Gespräch, dass Sie sich die Zeit genommen haben.
00:27:57: Also das wissen wir wirklich zu schätzen denn... Ich glaube was wir wirklich gehört haben ist wie unglaublich umfangreich der Arbeitsschutz am Arbeitsplatz Offshore ist.
00:28:08: allein schon wieder Tag beginnt.
00:28:10: Das war doch wirklich auch sehr interessant da mal einen Einblick zu bekommen für uns alle und deswegen herzlichen Dank, dass sie sich die zeit genommen haben zu uns zu kommen!
00:28:19: Ich bedank mich, dass ich hier sein durfte.
00:28:20: Vielen Dank
00:28:21: Ja, festzuhalten bleibt.
00:28:23: Erstens Arbeitsschutz ist wie ein Muskel – er muss immer trainiert werden.
00:28:29: Zweitens Beteiligung statt Belehrung.
00:28:33: und drittens um es mit Nürn zu sagen if it's not safe don't do it!
00:28:38: Und dann ist das auch wirklich ganz sicher... gerne auch Fragen dalassen.
00:28:54: Weiterführende Informationen finden Sie auch in den Shownotes und unter etem.bgetem.de.
00:29:02: Ganz sicher!
00:29:03: Der Podcast für Menschen mit Verantwortung.
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