Jenseits der Stille: Lärm und seine Folgen

Show notes

Ob in der Produktion, auf der Baustelle oder im Großraumbüro: Lärm kann Stress verursachen, die Konzentration beeinträchtigen und das Gehör dauerhaft schädigen. Besonders tückisch ist, dass sich eine Lärmschwerhörigkeit meist schleichend entwickelt und Betroffene sie oft erst bemerken, wenn der Schaden bereits irreversibel ist. Umso wichtiger sind Prävention, passende Schutzmaßnahmen und ein offener Austausch zwischen Unternehmen und Beschäftigten.

Im Gespräch mit Moderatorin Katrin Degenhardt berichtet Matthias König aus seinem Arbeitsalltag in einer Druckerei. Als Produktionsleiter, Sicherheitsbeauftragter und Mitglied im Arbeitsschutzausschuss kennt er die Herausforderungen durch Lärm aus unterschiedlichen Perspektiven. Er erklärt, warum Beschäftigte Gehörschutz nur dann akzeptieren , wenn er zu ihren Bedürfnissen passt, welche Rolle das STOP-Prinzip im Lärmschutz spielt und weshalb die Einbindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entscheidend für eine wirksame Prävention ist. Außerdem schildert er, wie ihn seine eigenen Erfahrungen mit Hörproblemen für das Thema sensibilisiert haben – und warum Lärmschutz weit mehr bedeutet als das Tragen von Ohrstöpseln.

Der Gast Matthias König ist Produktionsleiter, Sicherheitsbeauftragter und Mitglied im Arbeitsschutzausschuss bei Territory Smart Printing. In seinem Arbeitsalltag beschäftigt er sich intensiv mit Arbeitssicherheit und Prävention – insbesondere mit dem Thema Lärmschutz. Als Musikfan, der früher selbst als Musiker und Musikproduzent aktiv war, weiß er, wie wichtig ein bewusster Umgang mit Lärm ist. Gemeinsam mit seinem Unternehmen setzt er sich dafür ein, Beschäftigte für die Risiken zu sensibilisieren und praktikable Lösungen zu entwickeln, die sich im Arbeitsalltag gut umsetzen lassen und akzeptiert werden.

Das Thema: Zum Weiterlesen und -schauen: etem-Artikel: Gezieltes Handeln gegen Lärm etem-Artikel, u.a. zum STOP-Prinzip: Für Ruhe sorgen BG ETEM-Website: Übersicht zum Thema Lärm und Lärmschutz
BG ETEM-Website: Lärm – Gefährdungen beurteilen DGUV Information: Lärm am Arbeitsplatz IFA-Seite mit Hörbeispielen: Gehörschäden und ihre Folgen

Zum Selbsttesten: Aktionsmedium Earbox 1 Bundesinnung für Hörakustiker: Schwerhörigkeit – So hören Millionen Menschen in Deutschland Kurzbroschüre für Beschäftigte und Sicherheitsbeauftragte: Lärmschutz bei der Arbeit und in der Freizeit Onlinemagazine der BG ETEM etem – Magazin für Unternehmerinnen und Unternehmer: https://etem.bgetem.de profi – Zeitung für Beschäftigte: https://profi.bgetem.de

Die BG ETEM Wer steckt hinter diesem Podcast? Die BG ETEM (Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse) ist die gesetzliche Unfallversicherung für rund vier Millionen Menschen in mehr als 200.000 Mitgliedsunternehmen. Zur offiziellen Website: www.bgetem.de

Show transcript

00:00:00: Die dauerhafte Belastung, glaube ich ist das größte Problem und das fehlende Bewusstsein dafür, dass man sie tagtäglich über sich ergehen lässt.

00:00:09: Und dass man es akzeptiert.

00:00:12: Spiele sind an der Stelle haben wir ein Problem weil dann geht das Gehör kaputt ohne dass einem bewusst wird Ganz sicher!

00:00:22: Der Podcast für Menschen mit Verantwortung

00:00:24: Ganz sicher, so heißt der Podcast der BGE-Ethem.

00:00:32: Wir wollen dass Menschen sicher sind bei der Arbeit und auch auf dem Arbeitsweg.

00:00:37: wie das gelingt was Unternehmen tun damit ihre Leute gesund bleiben Herausforderungen und Lösungen im Arbeitsschutz darüber spreche ich mit meinen Gästen.

00:00:47: Ich bin Kathrin Degenhardt Moderatorin und Gastgeberin Und jetzt geht's los.

00:00:53: Eine intensive Geräuschkulisse gehört in vielen Betrieben zum Alltag Und was ständig da ist, nimmt man irgendwann kaum noch wahr.

00:01:03: Genau das macht Lärmbelastung so tückisch!

00:01:06: Auf Dauer kann sie die Gesundheit nämlich erheblich belasten.

00:01:09: Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sind in Deutschland rund vier bis fünf Millionen Beschäftigte regelmäßig gesundheitsgefährdendem Lärm ausgesetzt.

00:01:20: Die Folgen kommen in vielen Facetten, von Stress- und Konzentrationsverlust bis hin zu höheren Problemen mit Auswirkungen auf das soziale Leben Überall.

00:01:29: das spreche ich mit meinem heutigen Gast Matthias König.

00:01:33: Er ist Produktionsleiter Sicherheitsbeauftragter und Mitglied im Arbeitsschutzausschuss bei Territory Smart Printing.

00:01:42: In der Druckerei erlebt er täglich, welche Rolle Lärm im Arbeitsalltag spielt – und befasst sich aktiv mit Sicherheit und Prävention!

00:01:51: Schön dass Sie da sind Herr König.

00:01:56: Herr König, wenn man an eine Druckerei denkt dann hat man zuerst wahrscheinlich Farben, Papier und Maschinen im Kopf.

00:02:03: Woran man vielleicht nicht denkt ist die intensive Geräuschkulisse.

00:02:07: Beschreiben Sie uns doch mal wie klingt denn Ihr Arbeitsplatz?

00:02:11: Ja wir haben verschiedene Abteilungen.

00:02:14: In den Abteilungen sind die Geräusche schon ein wenig unterschiedlich, aber in Größen kann man so beschreiben dass wir viel Zisch- und Rauschgeräusche haben.

00:02:24: Jede Maschine hat irgendeinen Kompressor der am Laufen ist weil wir Luft an der Maschinen benötigen und diese Zisch-, Rausch-Geräusche sind extrem stark.

00:02:35: Speziell wenn man in die Nähe dieser Aggregate kommt, dann kann das schon mal bis fast an Achtzig-Dizipel ranreichen und das sind dann schon sehr unangenehme Geräusche.

00:02:44: Wenn man das nicht gewohnt ist.

00:02:46: Das hören wir uns jetzt auch mal ganz kurz an mit einer kleinen Hörprobe.

00:02:56: Ja, das ist schon ordentlich würde ich sagen.

00:02:58: Gewöhnt man sich denn an diese Lautstärke oder bleibt sie auch nach Jahren etwas dass man bewusst wahrnimmt?

00:03:06: Ich glaube es ist ein bisschen subjektiv.

00:03:09: letztendlich für mich kann ich sagen, ich gewöhn mich da nicht dran.

00:03:13: Ich finde es nach Jahren noch unangenehm.

00:03:15: Ich benutze dementsprechend auch einen Gehörschutz wenn ich in der Nähe der Maschinen bin.

00:03:21: Es gibt aber viele Mitarbeiter die es schaffen das zu ignorieren und auch in Gesprächen darauf hinweisen dass sie das nicht wirklich stört und dass sie damit umgehen können.

00:03:32: Aber wann wird denn aus einer Geräuschkulisse auch ein Gesundheitsrisiko?

00:03:38: Die die dauerhafte Belastung glaube ich ist das größte Problem und das fehlende Bewusstsein dafür diese Belastungen, dass man sie tagtäglich über sich ergehen lässt.

00:03:50: Und dass man ja es akzeptiert.

00:03:52: und spätestens an der Stelle glaube ich haben wir ein problem dann geht das Gehör kaputt, ohne dass es einem bewusst wird.

00:04:00: Wir sprechen jetzt sehr viel von dauerhafter Lärmbelastung aber es gibt ja auch eine Lärmbelastung die ganz plötzlich auftritt und wo so richtig wumst oder richtig laut ist.

00:04:11: wie schädlich ist das denn?

00:04:13: Ja zum Beispiel ne Kreissäge oder ne Flex wenn ich die kurz nur einsetze die erreichen natürlich ganz anderen Lärmpiegel also manchmal Schiene extrem schädigen.

00:04:24: Also da muss man wirklich darauf hinweisen, dass an solchen Stellen unbedingt der Gehörschutz eingesetzt werden sollte, das wir an dieser Stelle wirklich auf den Schutz unserer Ohren achten müssen weil nicht nur dauerhafter Lärm über den ganzen Tag hinweg sondern solche Peaks wie wir sie eben von der Kreissäge oder von der Flex kennen sind auch extrem schätlich.

00:04:47: Sie haben es jetzt schon angesprochen, wir wollen ein bisschen über die Folgen auch sprechen.

00:04:51: Welche Folgen kann dauerhafte Lärmbelastung haben?

00:04:55: Was ich bei einigen der Kollegen schon festgestellt habe ist tatsächlich die Gehörminderung.

00:05:00: also dass sie in einigen Frequenzbereichen nicht mehr gut hören können.

00:05:04: speziell in den Bereichen wie Hochfrequenzen also dieses Rauschgeräusch sind sie ja schon auf einem guten Weg das das Gehören irgendwann nicht mehr so gut funktioniert.

00:05:14: Also das heißt Lärmschwerhörigkeit ist etwas, was leider erst nach einer gewissen Zeit oder was heißt Leider?

00:05:22: Man merkt es eben erst nach der Gewissenzeit.

00:05:24: Dass man wirklich in so eine Schwerhöhrigkeit hereingeglitten ist sozusagen.

00:05:29: Und das ist glaube ich das Schlimme bei den meisten dass ihr mir ist das ja bewusst mit dem Lärm aber dass die meisten das gerne nicht mitbekommen Es kommt schleichend ganz langsam im Arbeitsalltag oder auch im Privatleben.

00:05:41: Man bekommt das gar nicht so mit und am Ende hat man dann irreversiblen Gehörverlust erlitten.

00:05:46: Man kann es nicht mehr umkehren, das ist weg des Gehören oder die Frequenzen sind weg und das bekommt man nie wieder im Leben und das ist dann schon ein großer Schritt an

00:05:56: Qualitätsverluste.".

00:05:57: Dann wollen wir jetzt ein bisschen mal auf die Folgen zu sprechen kommen.

00:06:00: also welche Folgen kann denn dauerhafte Lärmbelastung haben?

00:06:05: Ja das ist eben das große Problem.

00:06:08: Also erstes, man erlebt es erst nach Jahren, es kommt schleichend kann es so weit kommen, dass man wenn man in die Gesprächen nicht mehr so mitbekommt was die anderen sagen.

00:06:20: Dass man irgendwann so ein bisschen resigniert das man im Grunde genommen ja vielleicht sich auch ein bisschen ausgegrenzt fühlt man nicht mit bekommt worüber die Anderen sprechen und letztendlich man gar nicht mehr einen Lebenteil haben kann.

00:06:35: Das ist wirklich ein großes Stück Qualitätsverlust im Leben was man dadurch ertragen muss.

00:06:43: Ansonsten ja Stress, also sprich dass die Kollegen auch so ein bisschen unter dem Dauerlärm dann auch einen gewissen Stress entwickeln.

00:06:52: Aber auch und das ist eher meine persönliche Erfahrung nicht gemacht habe, dass Lärm auch schmerzhaft sein kann.

00:06:59: Also wirklich, dass die Ohren oder das Trommelfall wehtun können wenn man zu lange dem Lärm ausgesetzt ist.

00:07:06: Also ich glaube, das hat viele Facetten wie sich der Lärme auswirken kann am Ende.

00:07:12: Konzentrationsverlust ist wahrscheinlich auch noch so eine Sache?

00:07:15: Ja

00:07:16: an den Maschinen haben wir weniger das Problem aber im Großraumbüro bekomme ich genau das mit dass wir genau das Thema haben.

00:07:22: Ich sitze selber mit im Großraumbüro und natürlich wenn da vierzehn Mitarbeiter am Schnabbeln sind die Vertriebler am Telefonieren sind Dann passiert genau das, dass man dann abgelenkt wird.

00:07:33: und gerade wenn man Text lesen möchte.

00:07:37: Man sich konzentrieren will, irgendeine Strategie entwickeln oder ähnliches dass man dann extrem sich konzentrieren muss und wirklich deutlich abgelenkt wird.

00:07:45: Also körperliche und psychische Belastungen gehen mit Lärm einher, man kann dem aber einen wenig entgegenwirken und wir bitten ja unsere Gäste immer etwas mitzubringen was mit unserer Thematik auch zu tun hat.

00:08:01: oder lag es natürlich nahe und ich beschreibe das jetzt mal unseren Zuhörenden so etwas wie Ohrschutz mitzubbringen?

00:08:07: sie haben jetzt gleich zwei Dinge.

00:08:10: zum einen was ganz Kleines und etwas Größeres.

00:08:14: Beschreiben Sie es uns doch mal ein bisschen, was sie da mitgebracht haben?

00:08:17: Das kleine damit sind Orthoplasten gemeint.

00:08:20: also das ist ein angepasster Gehörschurz.

00:08:24: der wird auf den Mitarbeiter die Mitarbeiterin angepasst.

00:08:27: das heißt da kommt jemand der sich mit dem Thema auskennt spritzt einen Schaum ins Ohr.

00:08:38: Abdruck, der sich da bildet wird nachher aus einem etwas härteren Material so ein Gehörschutz gebaut.

00:08:44: Der ist extrem gut an die Ohrgegebenheiten also an das Indoor angepasst.

00:08:51: Das heißt also er lässt wirklich kein Lärm großartig mehr durch an den Seiten.

00:08:55: Das kriegt man wirklich mit wenn man den rein drückt dann es nicht nur so dass der passt sondern wenn man dazu sehr draufdrückt.

00:09:00: dann merkt man auch dass da der Druck im Ohr sich erhöht bis hin dass das Trommelfall weh tut.

00:09:05: und in dieses Plastikgebilde ist dann ein Filter eingesetzt.

00:09:10: Die Stärke des Filters kann man selber wählen, man kann sagen man möchte einen leichten Filter haben bis hin zu einem ganz starken Filter und das ist wirklich eine fantastische Geschichte weil dieser Filter der filtert nicht nur in einem Frequenzbereich die lauten Geräusche heraus wie man das so von den Ohrenstöpfen die man zusammen dreht und in die Ohren steckt können sondern hier haben wir wirklich den Vorteil.

00:09:33: auf allen Frequenzen Bereichen gehen die Geräuschen nach unten.

00:09:37: Man muss sich das vorstellen, als hätte jemand wenn man was weiß ich Musik hört oder ein Radio hört es hätte derjenige das einfach leiser gedreht.

00:09:45: also die gesamten Geräusche auf der kompletten Frequenz auf allen Frequenzen gehen werden einfach leise.

00:09:51: und dass ist sehr angenehm weil bisher mit diesen Ohrenstäbchen die man so zusammentretet und die Ohren steckt war es so gewesen.

00:09:59: da sind die hoch hochfrequenten Töne verschwunden Und die Tiefen, die blieben meistens... Am besten kann man sich das immer vorstellen wenn man Musik hört.

00:10:07: Wenn mal jemand vielleicht laute Musik gehabt hat, sich die Ohrenstopse reingesteckt hat dann sind die Höhen verschwunden, die Besse sind geblieben.

00:10:14: Das klingt da nicht mehr schön.

00:10:17: während mit diesen Orthoplasten hat man wirklich weiterhin den Eindruck man hört alles so wie man es kannte nur etwas leiser und das ist wirklich eine fantastische Geschichte.

00:10:27: wir haben das auch unseren Mitarbeitern allen angeboten und ich muss sagen Da haben wir gesagt, das ist eine fantastische Geschichte.

00:10:38: Das wollen wir haben und sind auch wirklich sehr zufrieden.

00:10:41: Auch im Büro muss ich dazu sagen.

00:10:42: Wunderbar!

00:10:43: Dann haben wir ja... Ich beschreibe das mal, dass es so ein ziemlich großer Kopfhörer ist.

00:10:51: Der sieht ziemlich schick aus.

00:10:54: Was hat es damit auf sich?

00:10:58: Liebe Musik.

00:10:59: Ich höre gern Musik und ich mache das sehr oft mit Kopfhörern, damit ich andere nicht störe.

00:11:05: Und für den Musikintusiasten sind Kopfhäure wie sie hier liegen elektrostatische Kopfhörer... Da bezahlt man so einen vierstelligen Bereich dafür!

00:11:16: Sind da schon eine fantastische Geschichte von Musik zu hören?

00:11:22: Warum habe ich das mitgebracht?

00:11:23: Weil das im Grunde genommen mein kleines Teufelchen ist.

00:11:28: habe ein kleines Problem mit meinen Ohren.

00:11:30: Ich hab zu lange zu laut Musik gehört, Musik gemacht selber Musik gemacht und habe dadurch das Problem dass ich sehr empfindlich auf Musik auf laute Geräusche höre reagiere.

00:11:40: also mein Trommelfel fühlt sich dann schmerzhaft an wenn ich zu lauter Geräuschen höre.

00:11:47: Aber wenn man mit so einem Kopfhörer Musik hört, dann möchte man natürlich auch mal ein bisschen auftreten.

00:11:53: Ich versuche es zu vermeiden aber es bleibt nicht aus und deswegen ist das so mein kleines Teufelchen.

00:11:58: ich versuch da leise Musik zu hören aber leider bin ich auch so ein Kandidat der sich dann nicht belehren

00:12:05: lässt.

00:12:08: Sie sind ja, ich habe es vorhin schon gesagt Produktionsleiter Sicherheitsbeauftragter und Mitglied im Arbeitsschutz-Ausschuss.

00:12:15: Sie haben's für ihn schon angedeutet ne?

00:12:17: Sie kommen aus der Musik, haben früher Musik gemacht und auch produziert.

00:12:21: Wie beeinflusst denn diese dreifache Perspektive Ihren Blick auf Lärmschutz?

00:12:26: Ja also speziell dadurch dass Ich selbst die Folgen gespürt habe.

00:12:32: Also sprich diese Schmerzen in wenn lauter Lärm, laute Musik auf das Trommelfeld trifft.

00:12:40: Aus dem Grund bin ich natürlich auch immer gewillt die Mitarbeiter dazu zu drängen ihr Gehör zu schützen.

00:12:47: also wir sind da wirklich unterwegs sprechen die Kolleginnen und Kollegen an auf das Thema auch ihr Gehirschutz zu tragen.

00:12:57: Zum Glück haben das auch viele erkannt, also speziell wenn gewisse Maschinen angehen.

00:13:01: Rufen regelrecht die Kolleginnen und Kollegen nach einer Lärmminderung.

00:13:06: Wir haben versucht schon vor vielen Jahren über Maßnahmen nachzudenken wie man Maschine abkapseln kann.

00:13:13: Leider ist es weil wir mit relativ kleinen Maschinaarbeiten nicht immer so gut möglich Weil die Mitarbeiter müssen zu jeder Zeit an die Maschine rankommen können.

00:13:22: Und in den Gesprächen mit den Mitarbeitern hat sich dann auch rausgestellt, dass wir nicht mit derartigen Lärmschutzmaßnahmen arbeiten können weil das die tägliche Arbeit so sehr einschränken würde Dass wir letztendlich keinen vernünftigen Produktionsablauf hinbekommen würden.

00:13:41: und aus dem Grund haben wir uns dann entschieden einen angepassten Gehörschutz den Mitarbeitern anzubieten.

00:13:49: Natürlich, wir sind Teil des Battlesmann-Konzerns und haben natürlich auch Betriebsärzte und können auch jederzeit Vorsorgeuntersuchen anbieten was ich natürlich bei der jährlichen Arbeitssicherheitsunterweisung immer mit anbiete wo ich immer wieder darauf hinweise weil das ist mir ein wichtiges Thema dass die Mitarbeiter dann wirklich auf ihr Gehör achten.

00:14:13: Ja, wir hatten so einen kleinen Zwischenfall mal einer Maschine.

00:14:16: Vielleicht soll ich dem mal schildern weil das zeigt wie extrem Schall oder Lautstärke sich auswirken kann.

00:14:25: Wir hatten an einer Maschinen Druckluftverlust und wir konnten auch das Leck nicht finden wo die Luft abgegangen ist.

00:14:33: Daraufhin haben wir uns entschieden alle Geräte in dem Saal abzuschalten also jegliche Maschine wurden abgeschaltet Und dann haben wir die Druckmaschine an einen Druckluftbehälter angeschlossen, sodass im Grunde genommen der Raum absolut still war.

00:14:50: Das passierte als ich in Büro war und dann kam einer der Drucker zu mir und sagte Wir hören nichts da ist nichts!

00:14:57: Ich bin aus dem Büro rausgekommen.

00:14:59: Die Maschine steht ungefähr fünfzehn Meter von der Bürotür entfernt und ich habe sofort das Geräusch gehört.

00:15:04: Ich bin immer näher rangegangen und hab den Kollegen gezeigt also da an der Stelle Da ist das.

00:15:11: Und das Erschreckende war, dass dann der Mitarbeiter, der auf mich zugekommen ist wirklich das Ohr an die Maschine gehalten hat und sagte ich höre nichts.

00:15:21: Und erst die anderen beiden sagten klar es ist da drin.

00:15:24: Das fand ich erschreckend!

00:15:25: Ich meine er war schon über sechzig, hat wahrscheinlich dreißig Jahre nie einen Stöpsel drin gehabt, er ließ sich auch nicht beraten diesbezüglich...und das finde ich dann erschreckt wenn man irgendwann vielleicht in die Rente geht und so einen extremen Qualitätsverlust an Lebensqualität hat, aber im Umgang während der Arbeit mit Lärm da gibt es ganz klar Regeln.

00:15:50: Und wenn wir da über Achtzig Dezibel kommen an Maschinen dann wird das auch ausgewiesen und wenn wir über Fünf Achtig Dezibel kommen, dann gibt's auch eine Vorschrift entsprechende Schutzmaßnahmen zu tragen also in der Firma, sprich Gehörschutz.

00:16:06: Wir bieten auch alles möglich an Gehörtschutzanwalt und das Wichtig ist also der eine mag wirklich diese Stöpsel die ins Ohr gesteckt werden gar nicht.

00:16:13: Was sind dann andere Möglichkeiten?

00:16:14: Wir

00:16:14: haben dann wir nennen immer so liebevollen Mickey-Mäuse, also sprich die Kopfhörer oder sie sehen aus wie Kopfhöhre, aber Schaltschutzkopfhörern, die über das Ohr gehen, die sind angenehmer zu tragen für die mitarbeiten.

00:16:29: und wer diesen Druck im ordentlichen Markt, den bieten wir eben Alternativen an.

00:16:36: Und da geht es in unserem Fall von ganz kleinen Größen, von Ohrenstöpfen bis große Größen vom Schaumstoff über Kunststoff über diese angepassten Orthoplasten bis hin zum Oberir-Kopfhörer oder Lärmschutzkopfhörper damit die Mitarbeitenden wirklich eine Möglichkeit haben, sich irgendwie das Geräusch vom Hals zu halten.

00:17:01: Also sprich für etwas mehr Ruhe und angenehmes Arbeiten zu sorgen.

00:17:06: Eine Frage hätte ich noch, Sie haben das vorhin kurz angesprochen.

00:17:10: Ich wollte jetzt einfach nur nochmal so abtasten.

00:17:12: Gibt es noch andere Möglichkeiten außer eben in Kopfhörer oder Gehörschutz in welcher Form auch immer?

00:17:19: Sie sprachen vorhin von Abkapselung von Maschinen...

00:17:24: Das ist richtig!

00:17:25: Große Rollenrotationsmaschinen werden zum Beispiel komplett in einer Hülle reingepackt als Geräuschschutz und die Mitarbeitenden gehen wirklich Abkapselung hinein, wenn sie an der Maschine irgendwas ändern müssen.

00:17:38: Die restlichen Bedienfelder sind alle außerhalb dieser Abkapselung.

00:17:42: Bei unseren kleinen Maschinen geht das so nicht weil die Verbindung zwischen den Bedienelementen und der Maschine ist unmittelbar gegeben Und ich bekomme da keine abkapseln hin.

00:17:51: Alternativen wären zum Beispiel von der Decke irgendwelche Lärmschutz Elemente herunterzulassen, die direkt sich über der Maschine befinden und die Ausbreitung der Geräusche stoppen.

00:18:04: Das bringt im nahen Umfeld vielleicht nicht ganz so viel wie im weiten Umfeld aber die Belastung in so einer Produktionshalle ist ja auch manchmal gegeben wenn man sich zehn, zwanzig Meter von der Maschinen entfernt befindet Und auch das darf man nicht unterschätzen.

00:18:21: Mitarbeitende, die jetzt in einem ganz anderen Produktionsbereich unterwegs sind und nicht unmittelbar an der Maschine stehen, sind trotzdem dem Lärm ausgesetzt weil der Lärmn breitet sich einfach aus.

00:18:31: In so einer Halle reflektiert er dann an den Wänden und kommt wieder zurück.

00:18:37: also da gibt es schon eine Dauerbeschallung, die sehr unangenehm sein kann auf Dauer.

00:18:43: Wie ist es denn grundsätzlich vom Arbeitsschutz vorgesehen?

00:18:46: Also wie wird Lärm konkret zum Thema, wo beginnt der Prozess.

00:18:51: Wann muss man eingreifen?

00:18:54: Grundsätzlich ist wichtig zu wissen, wie laut sind meine Maschinen ab wann... treten Schiedigungen auf.

00:19:02: Zum Beispiel, wenn ich jetzt achtzig Dezibel dauerhaft erreiche dann muss ich natürlich meinen Mitarbeitenden eine entsprechende Vorsorgeuntersuchung anbieten.

00:19:14: Ich muss ihnen entsprechenden Gehörschutz anbinden und wenn wir dann noch einen Schritt weiter gehen und wir kommen bei fünfundachtzig Dezebel an dauerhaften das sogar Verpflichten einführen.

00:19:27: Das heißt also, die Mitarbeiter müssen eine Vorsorge unterzogen werden oder sich diese unterziehen und ich muss Lärmschutzmaßnahmen ergreifen.

00:19:38: Wie wird das aussehen?

00:19:40: Im Grunde genommen wir kennen das Stopprinzip

00:19:42: d.h.,

00:19:43: erstmal zu schauen kann ich die Arbeit oder diesen Lärm durch irgendwas anderes ersetzen, meine Maschine nicht so laute Maschine substituieren, eine modernere Maschine die vielleicht mehr Lärmschutzmaßnahmen hat oder vielleicht eine ganz andere Maschine oder einen ganz anderen Arbeitsprozess der den Lärm komplett ausschließt.

00:20:06: Wenn das nicht möglich ist technische Maßnahmen ergreifen.

00:20:09: also sprich kann ich so eine Maschine vielleicht abkapst dann kann ich den Lernen durch irgendwelche Begrenzen kann ich ihn ausschließen und dann organisatorische Maßnahmen.

00:20:27: Also sprich, könnte ich den Lärm vielleicht irgendwie anderweilig ausschliessen?

00:20:30: Welche Möglichkeiten habe ich da im Unternehmen bevor ich dann im letzten Schritt zu dem persönlichen Schutzmaßnahmen greife die ja dann wirklich die letzte Lösung sein sollten also sprich den Mitarbeiter Schutzmaßnahmen an die Hand zu geben, die auf ihn persönlich auch zugeschnitten sind.

00:20:50: Die aber das eigentliche Problem den Lärm nicht ausschließen und in unserem Fall natürlich wir lagen unter den Achtzüren liegen größtenteils an allen Maschinen durchweg überall unter Achtzig DCB.

00:21:06: Wir konnten erstmal mit entsprechenden persönlichen Schutzausnahmen Ausrüstung reagieren, aber wir haben natürlich auch diesen Prozess einmal für uns durchlaufen.

00:21:15: Wir haben geschaut welche Alternativen gibt es?

00:21:18: Also auch substituieren die technische Maßnahmen also sprich irgendwelche Lärmschutz Elemente organisatorischen Maßnahmen und in den Gesprächen mit den Mitarbeitern.

00:21:30: Haben wir uns dann gemeinsam darauf geeinigt dass wir uns auf die persönliche Schutzausrüstungen dann beschränken können, weil das für die meisten noch der angenehmste Weg war um ihre Arbeit sofort führen zu können wie sie sich bisher durchführen konnten.

00:21:47: Wie schafft man es denn diese Weitsicht bei den Mitarbeitenden auch zu verankern?

00:21:55: Weil eine Hörschädigung oder eine Ohrschädigung, die tritt ja erst mal nach einer gewissen Zeit auf... Wie schafft man das Sie wirklich dafür zu sensibilisieren?

00:22:07: Das ist recht unterschiedlich.

00:22:09: Ich habe mitbekommen, dass die Mitarbeitenden, die mehr oder weniger ja fast schon schockartig mal mit so einem Lärm konfrontiert wurden sind das sie für so Maßnahmen Schaltschutzmaßnahmen viel offener sind weil Sie diesen Extremfall einmal selbst gespürt haben also zwischen leise und plötzlich sehr laut Während wenn man langsam ran geführt wird an das Thema Lärm, scheint es nicht so extrem zu wirken auf dem Mitarbeitenden wie wenn es plötzlich kommt.

00:22:47: Wenn man mit viel Lärм konfrontiert wird und das merke ich, wenn neue Mitarbeiter zu uns kommen und mal dem Lärmt plötzlich ausgesetzt werden, fordern sie sofort Einen entsprechenden Schutz ein und da freue ich mich auch drüber, dass sich dann nichts tun muss.

00:23:04: Während unsere langjährig Mitarbeitenden die schon lange Zeit Schritt für Schritt so an den Lärm herangeführt worden sind, nehmen das zu sehr auf die leichte Schulter.

00:23:15: Leider auch solche Sprüche wie Naja Ich bin schon über sechzig Das hat sich eh bald erledigt Kann ich mich nicht mit zufrieden geben.

00:23:22: und da gibt es nur eins, immer dran arbeiten.

00:23:24: Auf jeden Fall!

00:23:25: Vielleicht ist das ja auch mal ganz aufschlussreich wenn man den Mitarbeitenden mal vorspielt wie sich das anhört Wenn man wirklich einen starken Verlust hat, wenn man wirklich nicht mehr richtig gut hören kann weil das kann glaube ich auch ziemlich aufrüttelnd sein oder?

00:23:43: Ja, dass ist richtig.

00:23:44: An meinem Leben habe ich das auch gehört und das ist wirklich erschreckend.

00:23:48: Wer sowas noch nicht gehört hat das nur empfehlen, dass auch mal wirklich sich anzuhören.

00:23:52: Weil wenn einem erstmal bewusst wird was das für ein Qualitätsverlust im Leben bedeutet und der Gedanke naja es gibt ja Geräte die wieder

00:24:04: höher unterstützen.

00:24:08: Das ist zu einfach gemacht,

00:24:09: finde ich.

00:24:10: Das ist nicht das Gleiche.

00:24:11: Ja auf jeden Fall.

00:24:12: also.

00:24:12: ich finde auch dass kann auch schon mal eine sehr aufrüttelnde und aufklärende Wirkung haben.

00:24:17: so ein höher Beispiel ne?

00:24:18: Das

00:24:19: ist richtig.

00:24:21: Vielleicht zum Abschluss noch welche drei Do's & Don'ts oder auch Tipps würden Sie Führungskräften, Sicherheitsbeauftragten oder auch Mitarbeitenden selbst mitgeben wenn sie die Sicherheitskultur im eigenen Arbeitsalltag stärken wollen.

00:24:37: Im Grunde genommen, speziell wenn es um Lärmschutz geht würde ich versuchen das Gespräch mit den Mitarbeitenden zu suchen.

00:24:45: Denn im Gespräch stellt sich manchmal heraus warum vielleicht auch ein Gehörschutz nicht angenommen wird, wenn man ihn anbietet.

00:24:53: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen diese Ohrenstöpfe die man dreht und sich ins Ohr steckt haben das Problem.

00:25:02: Wenn man selbst anfängt zu sprechen hört man die Person gegenüber nicht mehr Und das ist in Gesprächen manchmal ein bisschen schwierig.

00:25:09: Man nimmt zu schnell die Stöpsel wieder aus dem Ohr raus und vergisst sie dann wieder reinzustecken oder man hat schmutzig Finger, macht sie nicht wieder in die Ohren rein und schon ist der Tag wieder rum und man hatte die Stüpfel näher im Ohr.

00:25:22: Das heißt also wenn man mit den Mitarbeitenden spricht und mal auch die Probleme und Sorgen entgegennimmt und sich damit befasst Dann gibt es sicherlich andere Möglichkeiten über die man sprechen kann vielleicht eine vergleichbare Wirkung haben.

00:25:38: Vielleicht auch mal ein bisschen was kosten, aber letztendlich sollte einem das auch das ganze Wert sein denn die Mitarbeitenden wenn sie eine gute Arbeit leisten ist schon ein wichtiges Kapital des Unternehmens.

00:25:50: bei uns hat sich eben in den Gesprächen herausgestellt dass Dinge wie ne Abkapsung der Maschine oder Lärmenschutzelemente von der Decke nicht das richtige war.

00:25:58: Das haben wir also im Vorfeld besprochen, das wurde also durch die Mitarbeitern auch abgelehnt und im nächsten Schritt haben wir uns dann eben dazu entschieden und dass ist eben auch so eine kleine Empfehlung mal einen Test zu machen.

00:26:11: Also wirklich zu sagen zwei drei Mitarbeiter vielleicht auch die kritisch sind sowas in unserem Fall sollen doch einfach mal solch orthoplasten also angepassten Gehörschutz testen und so haben wir das gemacht.

00:26:22: Wir haben einfach mal drei, vier Mitarbeitende gefragt.

00:26:27: Also gerade die Kritiker haben wir gefragt.

00:26:29: Wollt ihr sowas nicht mal austesten und dann den Kolleginnen und Kollegen berichten wie die Ergebnisse sind?

00:26:35: Wie ihr damit klarkommt?

00:26:37: Wie die Geräuschunterdrückung ist?

00:26:38: Wie man damit arbeiten kann?

00:26:40: Und das ist immer das Interessante was dann rauskommt.

00:26:43: Gerade bei kritischen Mitarbeitenden dass sie auch sagen ja das ist durchaus sehr angenehm Die haben das durch die Bank weg auch alle weiter empfohlen und deswegen haben wir auch so eine hohe Quote an Mitarbeitern, die sich entsprechend für einen angepassten Gehörschutz entschieden haben.

00:27:03: Wunderbar!

00:27:05: Und es ist ja auch manchmal so, dass wenn gerade die Kritiker das für gut befinden.

00:27:10: Dass dann die Mitarbeitenden vielleicht sozusagen noch offener dafür sind, das Ganze selbst auszuprobieren oder eben auch zu tragen.

00:27:17: Also

00:27:17: richtig?

00:27:17: Genau als wenn es von der Führungskraft kommt zum Beispiel.

00:27:21: Ja.

00:27:23: Wunderba!

00:27:24: Dann bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen, Herr König.

00:27:27: Dass Sie heute hier bei uns zu Gast waren

00:27:30: und vielen

00:27:32: herzlichen Dank!

00:27:33: Und wir freuen uns liebe Zuhörerinnen und Zuhörer wenn sie uns auf dem Podcast-Kanal Ihrer Wahl abonnieren und uns eine Bewertung oder einen Kommentar und gerne auch Fragen da lassen.

00:27:43: Weiterführende Informationen finden Sie auch in den Shownotes.

00:27:53: Und jetzt kommen noch, wie gewohnt unsere drei Takeaways für Sie.

00:27:57: Erstens – analysieren Prüfen sie welcher Lärmbelastung Ihre Beschäftigten ausgesetzt sind.

00:28:03: Zweitens – reagieren und kommunizieren Ergreifen Sie Schutzmaßnahmen nach dem Stopp-Prinzip und beziehen Sie Ihre Mitarbeiterinnen mit ein.

00:28:14: Drittens – sensibilisieren Klären Sie auf über die irreversiblen Folgen von Lärmbelastungen Denn Lärmschwerhörigkeit lässt sich vermeiden.

00:28:26: Ganz sicher!

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