Incentives im Arbeitsschutz: Motivation in Münzform

Show notes

Um die sogenannte Vision Zero zu erreichen, eine Welt ohne schwere Arbeitsunfälle, tödliche Verletzungen und Berufskrankheiten, lassen sich Unternehmen viel einfallen. Der Sicherheitstechnik-Anbieter Dräger Safety AG aus Lübeck beschäftigt ein Team von Sicherheitsexperten, das die Vision Zero im Unternehmen vorantreibt – und sich für vorbildliches Verhalten von Beschäftigten einen besonderen Motivator in Münzform ausgedacht hat: die Safety Coins. In dieser Folge von „Ganz sicher“ spricht Moderatorin Katrin Degenhardt mit Magnus Magnusson, Leiter des Programms Vision Zero bei Dräger. Er erklärt, was es mit dem Bonussystem auf sich hat und wie die Münzen dabei helfen, im Unternehmen für ein sichereres Arbeitsumfeld zu sorgen. Sein Erfolgsrezept: Incentives im Arbeitsschutz sollten einfach sein, also ohne komplizierte Bewertungsgremien auskommen und alle Beschäftigten gleichermaßen mitnehmen.

Der Gast: Magnus Magnusson ist Sicherheitsingenieur beim Sicherheitstechnik-Anbieter Dräger Safety AG und leitet dort das Programm Vision Zero. Das bedeutet, dass niemand im Unternehmen zu Schaden kommen soll – und dafür sind eine gute Präventionsarbeit, ein scharfer Blick für mögliche Unfallursachen und auch Kontinuität wichtig. Denn, so sein Motto: Sicherheit ist wie putzen, man muss dranbleiben.

Das Thema: Zum Weiterlesen: etem-Artikel zu den Safety Coins: Ansporn für eine unfallfreie Welt Im Web: Übersichtsseite der DGUV zur Vision Zero Im Web: Vision Zero-Kampagne der IVSS Broschüre: IVSS Vision Zero - 7 Goldene Regeln für gesunde Arbeit ohne Unfälle

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Show transcript

00:00:00: Tatsächlich ist die Meldemotivation dadurch deutlich gestiegen, was die präventiven Meldungen angeht.

00:00:05: Also das war immer eine Herausforderung, die Gemälde zu kriegen, um dann eine sichere Arbeitsbedingung zu schaffen.

00:00:11: Und das haben wir mit dem Safety Coin geschafft, dass es dort deutlich besser geworden ist.

00:00:15: Ganz sicher, der Podcast für Menschen mit Verantwortung.

00:00:24: Ganz sicher, so heißt der Podcast der BGE-E-TEM.

00:00:28: Wir wollen, dass Menschen sicher sind, bei der Arbeit und auch auf dem Arbeitsweg.

00:00:33: Wie das gelingt, was Unternehmen tun, damit ihre Leute gesund bleiben,

00:00:37: Herausforderungen

00:00:38: und Lösungen im Arbeitsschutz, darüber spreche ich mit meinen Gästen.

00:00:43: Ich bin Katrin Degenhardt, Moderatorin und Gastgeberin und jetzt geht's los.

00:00:49: Eines ist klar.

00:00:50: Arbeitsschutz ist gesetzlich vorgeschrieben und ziemlich genau geregelt.

00:00:55: Allerdings braucht es alle im Unternehmen, damit sicheres und gesundes Arbeiten funktioniert und manchmal auch einen Ansporn, damit Menschen die sogenannte Extrameile gehen.

00:01:06: Die Dräger Safety AG aus Lübeck hat das erkannt.

00:01:10: Der Sicherheitstechnikanbieter hat sich schon vor längerer Zeit der sogenannten Vision Zero verschrieben, einer Welt ohne schwere Arbeitsunfälle, tödliche Verletzungen und Berufskrankheiten.

00:01:22: Dahinter steht die Idee, dass kein einziger Arbeitsunfall akzeptabel ist und dass Sicherheit

00:01:28: nicht

00:01:28: nur eine Regel, sondern Teil der Unternehmenskultur werden soll.

00:01:32: Bei Dräger kommt die Motivation dazu auch in Form von Münzen.

00:01:37: Was es mit den sogenannten Safety Coins auf sich hat und wie sie helfen, das Sicherheitsbewusstsein aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu steigern, erklärt uns heute Magnus Magnusson.

00:01:49: Er leitet bei Dräger das Programm Vision Zero und weiß, wie man ein komplexes Thema kreativ in den Arbeitsalltag integriert.

00:01:58: Hallo Herr Magnusson, schön, dass Sie heute da sind.

00:02:01: Hallo Frau Degenhardt, vielen Dank.

00:02:03: Herr Magnusson, zunächst einmal eine ganz grundlegende Frage.

00:02:06: Vision Zero, das ist ja ein Begriff, der vielen in der Arbeitswelt schon bekannt ist.

00:02:12: Wie definieren Sie ihn denn im Kontext von Dräger?

00:02:16: Ja, also Division Zero ist die Vision einer Welt ohne Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen.

00:02:21: Soweit so gut.

00:02:23: Wir haben das für uns nochmal ein bisschen konkreter gemacht und unser Leitsatz ist tatsächlich, dass wir nicht akzeptieren, dass Menschen bei uns zu Schaden kommen.

00:02:32: Sie haben ja bald Dräger ein eigenes Vision Zero Projekt Team.

00:02:37: Wer gehört denn da dazu und was macht ihr Team?

00:02:41: Ja, also in dem Projekt oder in dem Programm.

00:02:44: tatsächlich, falls es keine Endzeit jetzt im Moment hat oder kein Enddatum, arbeiten alle Sicherheitsexpertinnen und Experten aus dem Drehgerkonzern gemeinsam und das Programm wird halt von mir gesteuert.

00:02:57: Gibt es denn so typische Hürden, wenn man versucht, eine Sicherheitskultur im Unternehmen zu etablieren?

00:03:05: Da gibt es eine Menge Hürden tatsächlich.

00:03:10: Zunächst einmal ist Rega ja ein Unternehmen, was weltweit unterwegs ist und tätig ist.

00:03:14: Und da haben wir schon mal kulturelle Unterschiede.

00:03:17: Und wenn wir dann nochmal auf Deutschland gucken, selbst da haben wir unterschiedliche Unternehmenszweige, Unternehmensbereiche.

00:03:23: Und die sind tatsächlich alle sehr heterogen in ihren Aufgaben, in ihrer Unternehmenskultur.

00:03:29: Was uns natürlich verbindet ist, die Idee Technik für das Leben zu machen.

00:03:34: Nichtsdestotrotz ist jeder so ein bisschen einzigartig und unterschiedlich.

00:03:38: Und das müssen wir dann auch natürlich berücksichtigen.

00:03:40: Haben Sie da vielleicht mal ein konkretes Beispiel zu?

00:03:44: Ja, wir haben Bereiche, zum Beispiel Forschung und Entwicklung oder auch administrative Bereiche, die in Lübeck verordnet sind.

00:03:51: Aber wir haben auch unsere Service Technikerinnen und Service Techniker, unsere Montageteams, die in Krankenhäusern auf pädrochemischen Anlagen unterwegs sind.

00:04:00: Und das ist natürlich ein ganz anderes Arbeitsumfeld als im geschützten Bereich in einer Administration in Lübeck in unseren Gebäuden.

00:04:07: Und deswegen sind die Herausforderungen natürlich auch ganz unterschiedlich.

00:04:10: Gibt es denn so eine Faustregel oder einen Grundsatz, der für Sie das Thema Arbeitssicherheit am besten zusammenfasst?

00:04:20: Ja, unser Leitsatz ist da schon ganz gut.

00:04:22: Und wir akzeptieren halt nicht, dass Menschen bei uns zu Schaden kommen, was dann natürlich auch bedeutet, dass wir alles dafür tun, die Arbeitsbedingungen und die Arbeitsumgebung so zu gestalten.

00:04:34: dass das auch möglich ist.

00:04:35: Das heißt, wir müssen schauen, dass wir deutlich mehr in der Prävention machen und nicht so viel in der Nachbereitung von Ereignissen.

00:04:44: Natürlich muss man aus diesem Lernen aber viel wertvoller und schöner ist es natürlich, wenn man präventiv tätig sein kann.

00:04:50: Sie haben ja auch im Vorgespräch so so einen schönen Satz gesagt, der so bei mir total hängen geblieben ist.

00:04:55: Sie sagten nämlich, Sicherheit ist wie Putzen, man muss dran bleiben.

00:05:00: Genau so ist es, wenn man nachlässt, dann fällt.

00:05:03: mal wieder zurück und darf die Staubschicht, die dann entsteht, noch deutlich mehr Putzen und mehr investieren.

00:05:12: Und am Ende sind wir ein Wirtschaftsunternehmen und das hat natürlich auch zum Ziel, Umsatz und Gewinn zu machen.

00:05:19: Und da möchten wir als Sicherheitsabteilung, als wir schon siro, natürlich einen Beitrag auch leisten, der nicht ganz unwesentlich ist.

00:05:26: Wir bitten ja immer, unsere Gäste einen Gegenstand mitzubringen.

00:05:31: und ja, Jetzt haben Sie natürlich auch genau das mitgebracht, worüber wir heute sprechen.

00:05:35: Das ist in einem hübschen blauen Samttäschchen drin, würde ich mal sagen, oder in so einem Säckchen.

00:05:42: Erzählen Sie mal was oder zeigen Sie mir doch gerne mal, was haben Sie denn da drin?

00:05:46: Genau, da in diesem Säckchen ist quasi unsere Währung für sicheres und gesundes Arbeiten.

00:05:51: Das sind unsere Safety Coins, die quasi die Währung sind, indem wir sicheres und gesundes Arbeiten belohnen und incentivieren tatsächlich.

00:06:05: um Aufmerksamkeit auch auf dieses Thema zu legen.

00:06:09: Also ich beschreibe das mal ganz kurz hier für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer.

00:06:13: Das sind wunderschöne große Münzen, also die wunderbar in die Hand passen.

00:06:17: Ganz schön schwer, also richtig hochwertig.

00:06:20: Und da steht eben drauf Dräger, Safety Coin und dann steht drumrum noch Sicherheit, Gesundheit, Wohlbefinden.

00:06:29: Also eine sehr schöne, schöne Münze.

00:06:32: Und Sie haben schon gesagt, was es damit auf sich hat.

00:06:36: Aber wie ist denn überhaupt die Idee dazu entstanden?

00:06:40: Die Idee ist so entstanden, dass wir überlegt haben, wie können wir die Leute erwischen, wenn sie Gutes tun.

00:06:48: Also und dann auch ein Stück weit belohnen.

00:06:52: Und da gab es natürlich auch in der Vergangenheit sehr viele Ideen, wie man das machen könnte.

00:06:57: Und Sie haben gerade Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden genannt.

00:07:01: Das sind ja die drei Dimensionen der Vision Zero.

00:07:03: Und mit dem Safety Coin gelingt es uns einfach, in diese drei Dimensionen zu wirken.

00:07:07: Das heißt, wenn jemand besonders sicher, besonders gesundheitsförderlich arbeitet oder Situationen meldet, die dort verbessert werden können, dann kann er einen Safety Coin bekommen.

00:07:19: Und wenn diese Person dann drei Safety Coins gesammelt hat, dann gibt es einen Tag Sonderurlaub.

00:07:24: Ach,

00:07:25: das ist aber toll.

00:07:26: Und

00:07:26: diese acht Stunden, die man dann geschenkt kriegt, kann man natürlich fürs eigene Wohlbefinden verwenden.

00:07:32: Also man kann auf der Couch liegen, man kann Sport treiben, man kann mit der Familie unterwegs sein, so wie es einem gefällt und somit wirkt quasi die Belohnung auch auf die Vision Zero.

00:07:43: Wunderbar, also eine tolle Idee.

00:07:45: Aber nach welchen Kriterien werden denn diese Safety Coins überhaupt vergeben?

00:07:49: Gibt es da Regeln oder ein Katalog?

00:07:52: oder wie machen sie das?

00:07:54: Der Erfolg des Safety Coins ist tatsächlich, dass er einfach ist.

00:07:58: Das heißt, es gibt keine großen Regelkataloge, Situationskataloge, die die Führungskräfte dann auswendig lernen müssen, um zu wissen, wann sie denn jetzt ein Safety Coin vergeben dürfen.

00:08:09: Sondern das ist in der Verantwortung der Führungskräfte und die einzige Regel, die es gibt, ist, dass es über das erwartbare Maßchen rausgeht.

00:08:17: Das heißt auch, dass die gleiche Situation bei unterschiedlichen Personen noch unterschädlich bewertet werden kann.

00:08:24: Also das heißt, bei einer Führungskraft wird es anders bewertet als zum Beispiel bei einem Auszubildenden oder einer Auszubildenden?

00:08:30: Genau.

00:08:30: Also wenn ich als Sicherheitsingenieur jetzt eine Situation sehe, dann wird mein Chef wahrscheinlich sagen, Mensch, dafür habe ich dich eingestellt.

00:08:39: Wenn das aber zum Beispiel eine Auszubildende oder ein Auszubildender oder vielleicht auch jemand, der jetzt nicht in der Sicherheitsabteilung ist, die gleiche Situation sieht und genauso eingreift, dann ist das sicherlich ein Safety Coin werden.

00:08:50: Haben Sie da vielleicht mal ein konkretes Beispiel dafür?

00:08:54: Für welche Bemühungen mit Safety Coins belohnt wird?

00:08:58: Wir belohnen nicht nur betriebliche Belange, sondern auch außerhalb, weil wir davon überzeugt sind, dass das Verhalten sich nicht am Werkstor ändern sollte.

00:09:06: Aber um ein betriebliches Beispiel zu nennen, hatten wir tatsächlich eine Auszubildende, die an ihrem Platz saß und von draußen haben Kolleginnen und Kollegen die Fenster geputzt im Stockwerk.

00:09:19: Und sie hatten natürlich persönliche Schutzausrüstung an, hatten sich aber nicht angeschlagen.

00:09:24: Und da hat die Kollegin dann gesagt, hey, bitte schlagt euch einmal an.

00:09:30: Dann kam die klassische Reaktion im ersten Wurf.

00:09:33: Ja, wir sind ja gleich fertig oder so lange brauchen wir nicht mehr.

00:09:37: Und tatsächlich ist sie dann aber hartnäckig geblieben und hat gesagt, nee, ich möchte, dass ihr euch bitte anschlagt, weil das ist so, wie es jetzt tut unsicher.

00:09:44: Dafür hat die Kollegin dann ein Safety Coin gekriegt, einmal weil sie die Herren angesprochen hat, die da die Fenster geputzt haben und auch weil sie hartnäckig geblieben ist und sich nicht hat abwimmeln lassen.

00:09:55: Das ist ein hervorragendes Beispiel, finde ich.

00:09:57: Der

00:09:57: hätte ich sogar zwei Safety Coins gegeben.

00:10:00: Das eine fürs auffallendes Zweite für die Hartnäckigkeit, weil das ist wahrscheinlich gar nicht so einfach, da die Herren dazu überzeugen.

00:10:07: Arbeitsschutz hat ja bei Ihnen ohnehin einen hohen Stellenwert.

00:10:11: Warum haben Sie diese Safety Coins eigentlich so als Extramotivation etabliert?

00:10:18: Was versprechen Sie sich davon oder was haben Sie sich davon versprochen?

00:10:22: Also der Safety Coin wirkt auf mehreren Ebenen positiv tatsächlich.

00:10:26: Wir haben den jetzt vor vier Jahren tatsächlich eingeführt und es ist nicht nur so, dass er auf die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einwirkt, sondern auch natürlich für Verantwortung bei den Führungskräften sorgt, bei den Betriebsräten, also all die, die diesen Safety Coin vergeben dürfen, haben wir auch nochmal mitnehmen können.

00:10:46: Und tatsächlich ist die Meldemotivation dadurch deutlich gestiegen, was die präventiven Meldungen angeht.

00:10:52: Also Unfallmeldungen und negative Ereignisse haben wir in der Vergangenheit auch immer sehr gut gemeldet, gekriegt, aber die Verbesserungspotenziale, die unsicheren Situationen.

00:11:02: Das war immer eine Herausforderung, die gemeldet zu kriegen, um dann eine sichere Arbeitsbedingung zu schaffen.

00:11:07: Und das haben wir mit dem Safety Coins geschafft, dass es dort deutlich besser geworden ist.

00:11:11: Das ist natürlich toll.

00:11:13: Und woher kam die Entscheidung?

00:11:15: Safety Coins so haptisch, also ich fasse es jetzt gerade nochmal an.

00:11:19: Das ist ja auch wirklich so ein Wert, den man dann in der Hand hält, diese Safety Coins haptisch anzufertigen.

00:11:25: Man hätte es ja auch zum Beispiel ein digitales System machen können oder ein Punktesystem oder ähnliches.

00:11:31: Also war das wirklich auch eine ganz bewusste Entscheidung?

00:11:34: Das war eine sehr bewusste Entscheidung, weil das, was ich in der Hand habe, wenn ich das tatsächlich in die Hand nehme, das hat einen Wert für mich.

00:11:42: Wenn ich jetzt als Instituierung monitär was aufs Konto überweise, dass es am Ende des Monats, wahrscheinlich genauso weg wie der Rest vom Geld, und da habe ich gar keinen Bezug mehr zu.

00:11:54: im nächsten Monat, mit dem Safety Coin haben wir es geschafft, dass das nachhaltig ist.

00:11:59: Es gibt nämlich auch eine Schatulle dazu, wo man dann drei Safety Coins sammeln kann.

00:12:04: Und die wird dann ganz stolz zum Beispiel am Arbeitsplatz oder auch zu Hause in einer Vitrine präsentiert.

00:12:09: Und schon hat man wieder einen Anlass darüber zu sprechen über Sicherheit und Gesundheit.

00:12:13: Wofür hast du deinen Safety Coins gekriegt?

00:12:15: Was hast du dafür getan?

00:12:17: Oder wenn man es im privaten Umfeld hat, was ist das überhaupt?

00:12:20: Weil viele das tatsächlich noch gar nicht kennen, so ein System.

00:12:24: Kann man denn auch immer wieder neue Safety Coins sammeln?

00:12:27: Oder ist das eine einmalige Sache?

00:12:29: Nein, man kann unbegrenzt Safety Coins sammeln.

00:12:32: Das heißt, wenn man drei hat, kriegt man einmal einen Sonderurlaubstag und dann zählt das quasi wie auch von vorne.

00:12:39: Das heißt, man kann jedes Mal, wenn man die Vielfachen von drei erreicht, wieder einen Sonderurlaubstag bekommen.

00:12:45: Da

00:12:45: kann das natürlich dazu führen, dass man sehr eifrig immer wieder Situationen sucht.

00:12:52: kann dann nicht so ein bisschen die Gefahr bestehen, dass man letztlich dann auch sehr banale in Anführungszeichen Dinge belohnt, die vielleicht eigentlich selbstverständlich sind?

00:13:01: Das Spannende an diesem System ist, dass die das Level sich selbst ein bisschen reguliert.

00:13:08: Das heißt, am Anfang haben wir tatsächlich auch für Banalitäten mal einen Safety-Con rausgegeben.

00:13:13: Das ist bei mir so immer das Beispiel der Palette vor dem Notausgang.

00:13:17: Jeder sieht und weiß, dass das nicht richtig ist und dann nimmt man die Palette und stellt sie an die Seite, da wo sie hingehört, in den definierten Platz.

00:13:26: Und dafür gab es am Anfang natürlich ein Safety Coin, weil das genau das ist, was wir haben wollen.

00:13:31: Aber ich habe früher gesagt, das einzige Kriterium ist, dass das über das erwartbare Maß hinausgeht.

00:13:37: Und sobald wir so eine Situation ein, zwei Mal hatten, dann ist es etwas Erwartbares.

00:13:42: Das heißt, das System levelt sich ein Stück weit selbst und es ist immer noch Entscheidung der Führungskraft oder des Betriebsrats oder außer Sicherheitsabteilung diesen Safety Coin zu vergeben oder auch nicht.

00:13:53: Und wenn ich der Meinung bin, dass ich das jetzt erwarten kann, weil wir ja schon drei Paletten hatten als Beispiel, dann ist es halt ein Dankeschön für diese Meldung und Dankeschön für die Abstellung dieser unsicheren Situation, aber dann kein Safety Coins mehr.

00:14:09: Wie hat denn bei Ihnen jetzt die Anwendung der Safety Coins das Gespür für Sicherheit verändert?

00:14:15: Gibt es da schon Learnings oder zum Beispiel auch messbare Ergebnisse?

00:14:20: Es ist tatsächlich spannend.

00:14:23: zu sehen, dass über diese Aufmerksamkeit, über diesen Impuls, den wir da reingegeben haben, dass, wie gesagt, diese Meldung von präventiven Sachen deutlich hochgegangen sind.

00:14:34: Das heißt, in der Vergangenheit war es immer so, es steht ein Audit an und tatsächlich musste man dann die unsicheren Situationen zusammenkratzen.

00:14:44: Die Situation haben wir nicht mehr.

00:14:45: Wir wissen ganz genau, wo wir jetzt aktiv werden müssen, um die Situation und die Arbeitsbedingungen zu verbessern, um sie so zu gestalten, dass es gar nicht erst zu einem Ereignis

00:14:56: kommen kann.

00:14:57: Das heißt, es hat natürlich auch die Fehlerkultur im Unternehmen verbessert.

00:15:02: Man geht anders mit Fehlern auch um dann.

00:15:05: Ja, das ist... Ein Punkt, der eine Begleiterscheinung ist, sag ich mal.

00:15:11: Das heißt, Fehler werden offener angesprochen und es geht auch gar nicht darum, den Schuldigen oder so zu finden, sondern es geht darum, die Situation so zu gestalten, dass wir einen sicheren Zustand haben und ermöglichen, dass die Menschen gesund und sicher wieder nach Hause kommen.

00:15:28: Zum Abschluss jetzt noch.

00:15:29: Haben Sie vielleicht ein paar Tipps?

00:15:33: für Unternehmen,

00:15:34: die

00:15:34: auch über ein Incentivsystem wie jetzt Safety Coins im Arbeitsschutz nachdenken, auch vielleicht besonders für kleinere Betriebe.

00:15:42: Man muss es einfach machen.

00:15:44: Ich glaube, das war der Schlüssel zum Erfolg.

00:15:47: Man muss es einfach machen und man muss es aber auch vor allem im Gesamtkontext bewerten, weil das war ja nur quasi ein Bauernstein, eine kleine Maßnahme, die wir zur Verbesserung der Meldemotivation gemacht haben, sondern es gab noch viele andere, dass man noch eine Kommunikationsstrategie dahinter hat, dass man auch noch das... Meldesystem vereinfacht.

00:16:12: Aber für den Safety Coin ist es wichtig, einfach halten, kein Schattengeremium im Hintergrund, der es dann über diese Vergaben entscheidet, sondern dass die Führungskräfte da in die Verantwortung genommen werden und dass sie dann direkt vor Ort das entscheiden können.

00:16:28: Das ist, glaube ich, der Schlüssel zum Erfolg und das kann man auch in kleinen und kleinsten Unternehmen umsetzen.

00:16:35: Dann bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen, Herr Magnusson, dass Sie bei uns Gast waren und uns dieses tolle System der Safety Coins vorgestellt haben.

00:16:44: Und wir freuen uns natürlich, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn Sie uns auf dem Podcast-Kanal Ihrer Wahl abonnieren und uns eine Bewertung oder einen Kommentar und gerne auch Fragen dalassen.

00:16:55: Weiterführende Informationen finden Sie auch in den Shownotes und unter etem.bgetem.de.

00:17:02: Vielen Dank nochmal, Herr Magnusson.

00:17:04: Ich bedanke mich.

00:17:06: Festzuhalten bleibt erstens, Arbeitsschutz ist wie Putzen, man muss dran bleiben.

00:17:13: Zweitens, Anreizsysteme sollten einfach sein und sie sollten natürlich auch zur Unternehmenskultur passen.

00:17:21: Und drittens, es darf auch ruhig etwas zum Anfassen sein, so wie der Safety Coin.

00:17:27: Ganz sicher.

00:17:29: Ganz sicher.

00:17:30: Der Podcast für Menschen mit Verantwortung.

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